Regio-Kliniken : Er operiert nicht jeden Makel

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Brüste vergrößern, Nasen richten, Fett absaugen – das ist nur ein kleiner Teil aus dem Repertoire von Dr. Timo Bartels.

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11. Oktober 2011, 21:27 Uhr

Der 35-Jährige ist der erste Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie im Kreis Pinneberg. Seit Anfang Oktober arbeitet der Hamburger mit den Regio-Kliniken zusammen. Am Elmshorner Krankenhaus hält er dienstags eine Sprechstunde. Dort will er pro Woche einen halben Tag lang operieren. Als Schönheitschirurg möchte Bartels aber nicht bezeichnet werden. „Es gibt keinen Facharzt für Schönheitschirurgie“, sagte er gestern. So würden sich bloß Ärzte nennen, die das Handwerk der ästhetischen Chirurgie nicht gelernt hätten. Die ästhetische sei nur ein Ableger der plastischen Chirurgie.

Seinen Schwerpunkt will Bartels auf die plastisch-rekonstruktive Chirurgie legen. So wird er bei seiner ersten Operation in Elmshorn am Dienstag zusammen mit Dr. Ernst Thies, Chefarzt der Allgemeinen, Visceral- und Gefäßchirurgie in Elmshorn, und Dr. Peter Paluchowski, Leiter der Gynäkologie in Pinneberg, eine Frau mit einem Tumor im Genitalbereich operieren. Sollten durch die Tumorentfernung Löcher entstehen, die zu groß sind, um zugenäht zu werden, wird Bartels sie mithilfe von Hauttransplantationen schließen. Auch bei Brandverletzungen, Deformationen des Gesichts und schwer heilenden Wunden können plastisch-chirurgische OPs notwendig sein. Sie wurden bisher nur in Pinneberg zum Wiederaufbau der weiblichen Brust nach einer Tumor-OP angeboten. Ansonsten mussten Patienten für solche Eingriffe nach Hamburg, Kiel oder Lübeck fahren. Jetzt erweitert Bartels das Elmshorner Team der Fachärzte für Allgemeine und Gefäß- sowie Hand- und Neurochirurgie.

Bartels hat in seinem Fachbereich bereits viel Erfahrung. So leitete er die Abteilung für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie am Asklepios-Krankenhaus St. Georg und war am Diakonie-Klinikum Hamburg tätig.

Schönheitsoperationen setzt Bartels nur wohl dosiert ein. Regelmäßig lehnt er Patientinnen ab. „Wir nehmen die Eingriffe nur bei einer seriös gestellten Indikation vor“, betonte er. Manche Wünsche seien berechtigt, aber im Gespräch mit den Patienten würde er klären, was auf Basis der Natur realistisch möglich sei. Zudem zahlt die Krankenkasse nur, wenn die Schönheits-OP aus medizinischer Sicht notwendig seien. Ansonsten müsse der Patient selbst zahlen. Das Liften von Tränensäcken etwa koste rund 1500 Euro, eine Nasenkorrektur rund 3500 Euro plus Mehrwertsteuer, eine Brustvergrößerung etwa 5000 Euro, ein Facelifting ungefähr 6000 Euro.

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