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Trauerfeier für Waldemar Dudda : Er bleibt im Herzen seiner Stadt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Ein großer Bürger und ein großer Bürgermeister ist für immer von uns gegangen, ein Sohn dieser Stadt. Unser Ehrenbürger ist tot.“ Mit diesen Worten begann Bürgermeisterin Andrea Hansen gestern ihre Trauerrede. Zur Feierstunde hatten sich etwa 150 Bürger eingefunden. Daneben Repräsentanten aus dem Land und dem Kreis. Sie alle nahmen Abschied von Waldemar Dudda, zu dessen Ehren drei Tage lang Trauerbeflaggung angeordnet worden war.

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erstellt am 11.Nov.2015 | 19:01 Uhr

Auch vor der Kleinen Stadthalle wehten für den Altbürgermeister, der 24 Jahre lang die Geschicke der Stadt lenkte, die Fahnen auf Halbmast.

Waldemar Dudda habe in seinen 90 Lebensjahren viel dazu beigetragen, dass Uetersen sozial und stark geworden und geblieben sei, so Andrea Hansen weiter. „Er hat mit seinem Sinn für Gerechtigkeit viel Gutes bewirkt für seine Stadt. Er hat aber auch damit sein eigenes Leben nach dem schrecklichen Krieg so gestalten können, dass er wohl immer in den Spiegel gucken mochte und die Herausforderungen seines Lebens bestehen konnte“, sagte die Bürgermeisterin, die zudem an seine Lebensleistungen erinnerte. Dazu gehören unter anderem die Erschließung der Innenstadt mit Fuzo und Marktplatz, der Neubau des Rathauses und die Verhandlungen mit Werner Lange, die in den Testamentsvertrag mündeten und so das Museum Langes Tannen hervorbrachten.

Für gute Taten habe es zu Beginn der Amtszeit von Waldemar Dudda viel Raum gegeben, so Andrea Hansen. Flüchtlinge und Vertriebene hätten die Einwohnerzahl auf das Doppelte ansteigen lassen. Schon bald hätten sie zum Wohlstand in der Stadt beigetragen. Die Ratsversammlungen und mit ihnen die Verwaltung hätten jede Menge zu tun gehabt mit ehrgeizigen Plänen in einer wachsenden Stadt. „So ist das, wenn man die Chancen der Zuwanderung nutzt. Angst ist ein schlechter Ratgeber“. Die Bürgermeisterin schloss mit den Worten: „Und auch wenn uns Waldemar Dudda nun verlassen hat, so gibt es viele schöne Plätze in unserer Stadt, an denen wir uns jeden Tag an ihn erinnern können. Ich werde dann immer auch sein sanftes und feines Lächeln vor Augen haben. Waldemar Dudda, ich danke Dir. Du bleibst in meinem Herzen, und Du bleibst auch im Herzen deiner Stadt.“

Thomas Hölck sprach als Landtagsabgeordneter. Dem Parlament in Kiel gehörte auch Dudda einst an. Mit Dudda verliere die Stadt, aber auch der Kreis und das Land einen guten Menschen. Seine Lebensleistung sei das Gesicht Uetersens. Hölck reflektierte auf die Zeit der ersten Begegnung mit Dudda und sagte, dass er sich gefreut habe, diesen überzeugten Sozialdemokraten für 65 Jahre in der SPD ehren zu dürfen. Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität seien Schlüsselvokabeln des Verstorbenen gewesen. Und: „Zeigen wir Haltung in der Flüchtlingskrise, weil wir Erben von Waldemar Dudda sind.“

Schließlich sprach Pastor Joachim Gorsolke als Freund der Familie und lud die Trauergemeinde anschließend dazu ein, mit ihm das Vaterunser zu sprechen. Dazu erhoben sich alle von ihren Plätzen. Die Trauerfeier wurde von drei Musikstücken umrahmt. Unter anderem erklang „Lacrimosa“ (Die Tränenreiche) aus dem Mozart-Requiem. Vor der Stadthalle traten Schützengilde und Feuerwehr zum Ehrenspalier an.

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