zur Navigation springen
Uetersener Nachrichten

17. Dezember 2017 | 09:20 Uhr

Enttäuschung über Analyse

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

energetischer zustandExperten haben die Gebäude in Heidgraben unter die Lupe genommen − Vortrag enttäuscht die Politiker

von
erstellt am 23.Feb.2017 | 15:54 Uhr

Die Erwartungen an die Liegenschaftsanalyse für öffentliche Gebäude in Heidgraben, die jüngst während der Sitzung des Gemeinderats vorgestellt wurde, war unter Politikern und Gästen der Versammlung groß. Detaillierte Informationen, etwa über den energetischen Zustand der Gebäude, erhofften sich die Anwesenden. Da die Ausführungen jedoch eher allgemein blieben und die Daten zum Teil mehrere Jahre alt waren, wurde im Anschluss Kritik und Enttäuschung laut. Ein Ergebnis brachte die Analyse allerdings doch: Vor allem beim Bauhof besteht aus energetischer Sicht Nachbesserungsbedarf.

Britta tho Seeth, Architektin und Gebäude-Energieberaterin vom Architektur- und Ingenieurbüro Butzlaff und Tewes, stellte die Analyse während der Sitzung im Gemeindezentrum vor. Im Februar 2016 habe sie die öffentlichen Gebäude in Heidgraben unter dem Gesichtspunkt ihres energetischen Zustands betrachtet, berichtete tho Seeth. Dabei seien der Altbau des Schulgebäudes sowie der Bauhof am negativsten aufgefallen. In Letztgenanntem sei etwa der soziale Bereich nur unzureichend von dem Rest des Gebäudes abgetrennt. „Die Trecker standen wärmer als sie müssten“, so tho Seeth. Entsprechend sei der Energieverbrauch sehr hoch, erläuterte die Architektin. „Eher hohe energetische Verluste“ habe sie zudem beim Gemeindezentrum festgestellt. Positiv bewertete sie die Tatsache, dass für jedes Gebäude ein Energiepass vorliegt. „Da ist Heidgraben sehr gut aufgestellt“, sagte tho Seeth.


Verbrauchsdaten aus dem Jahr 2009


Zwei Probleme der Analyse wurden während des Vortrags deutlich: Das Sportlerheim konnte die Expertin nur von außen betrachten, da ihr kein Schlüssel für das Gebäude zur Verfügung stand. Zudem waren die Verbrauchsdaten, die wichtige Hinweise auf den energetischen Zustand der Gebäude geben, mehrere Jahre alt − einige stammten aus dem Jahr 2009. Das sorgte für Unverständnis bei den Politikern. „Wie aussagekräftig ist die Analyse dann“, fragte beispielsweise SPD-Vertreterin Andrea Becker. tho Seeth betonte, dass jeweils die Zahlen genommen wurden, die ihr zur Verfügung gestellt wurden. René Goetze vom Amt Geest und Marsch Südholstein versprach, diesen Sachverhalt zu klären.

Absolute Zahlen und ein Vergleich wären für Frank Tesch wichtig gewesen. „Wie hoch ist der Verbrauch des Bauhofs in Relation zu vergleichbaren Gebäuden in anderen Kommunen“, hätte der SPD-Fraktionschef gern gewusst. Da nicht nur diese Frage unbeantwortet blieb, sagte auch Bürgermeister Ernst-Heinrich Jürgensen (SPD), dass er sich von der Analyse mehr erwartet habe.

CDU-Fraktionsvorsitzende Bettina Homeyer nahm tho Seeth hingegen in Schutz: Eine Analyse könne nur so gut wie die Datengrundlage sein. „Ich kann nicht verstehen, warum ihr nur alte Daten vorgelegt wurden“, sagte die Christdemokratin. Zudem sei es unverständlich, dass bei den Begehungen nicht stets ein Vertreter der Gemeinde anwesend gewesen sei und so den Gebäude-Zugang sichergestellt hätte.

Die Architektin selbst betonte abschließend, dass es nicht ihre Aufgabe gewesen sei, jedes Gebäude im Detail zu untersuchen. „Betrachten sie es als erste Zusammenfassung“, sagte tho Seeth.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen