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Naturschutzgebiet : Endlich ist der Nachwuchs da!

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Ich konnte es kaum erwarten, die Öffentlichkeit zu informieren“, freut sich Uwe Helbing, Schutzgebietsbetreuer des Nabu für die Haseldorfer Binnenelbe. Denn nach fast 20 Jahren gibt es erstmals Seeadler-Nachwuchs im Schutzgebiet.

Dass er erst jetzt mit dieser freudigen Nachricht über das Wappentier der Deutschen herausrückt, hat einen einfach Grund. Die Eltern sollten beim Brüten sowie der Aufzucht nicht gestört werden, „absichtlich oder unabsichtlich“, so Helbing. Die beiden Jungtiere haben mittlerweile das Nest verlassen. Wer sie sehen will, sollte früh morgens zum Hetlinger Beobachtungsturm an der Kleientnahmestelle kommen. In der Nähe haben sie einen Lieblingsplatz gefunden.

Eine Leidensgeschichte waren die Seeadler für die Naturschützer über lange Zeit. 1996 wurde erstmals ein Paar in Haseldorf gesichtet. Ihnen gab man den Namen Frieda und Karl-Heinz. Doch das männliche Tier war zu jung, um Nachwuchs zu zeugen. Frieda legte zwar Eier, doch die waren nicht befruchtet, ergaben Untersuchungen, nachdem die Vögel das Brüten aufgegeben hatten.

In den späteren Jahren gab es eine Aneinanderreihung von Pleiten, Pech und Pannen. So fand man einmal im Herbst Exkremente eines Säugetieres im Nest. Anderenorts war schon beobachtet worden, dass Waschbären das Heim des Seeadlers besetzt hatten. Diese Räuber sind ebenso wie Marder im Schutzgebiet anzutreffen.

Im Jahr danach wurde eine Stahlmanschette um den Baumstamm gelegt, um die brütenden Vögeln vor den Vierbeinern zu schützen. Das schien die sensiblen Greifvögel jedoch so zu stören, dass sie nicht in Haseldorf, sondern in der Nachbargemeinde am Audeich nisteten, allerdings erneut ohne Ergebnis.

Immer mal wieder hatten die Tiere gewechselt, die in Haseldorf brüten. Helbing vermutet, dass das jetzt erfolgreiche Paar im vergangenen Jahr in Seestermühe sein Netz baute, da aber noch ohne Nachwuchs blieb.

Aus der Statur der Tiere schließt der Nabu-Experte, dass es sich um ein männliches und ein weibliches Tier handelt. Von den Absolventen des Freiwilligen ökologischen Jahres im Elbmarschenhaus haben sie die Namen Alma und Ludwig bekommen. Für Helbing ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sowohl Eltern als auch Nachwuchs die gelungene Aufzucht zum Anlass nehmen, im Frühjahr wieder nach Haseldorf zurückzukehren.

Erfolgreiche Zusammenarbeit zum Seeadlerschutz

Kontinuerlich steigend ist der Bestand der Seeadler, seit sich eine Projektgruppe um den Schutz den Deutschen Wappentieres kümmert. Anfang der Achtziger des vergangenen Jahrhunderts gab es in Schleswig-Holstein nur vier Paare. Störungen an den Brutplätzen, Eierdiebstahl und eine hohen DDT-Belastung der Nahrung waren die Ursachen.

2013 waren 76 Reviere in Schleswig-Holstein besetzt. Zudem sind Paare Richtung Niedersachsen und Dänemark abgewandert, wissen die Naturschützer, in deren Gruppe sich auch die Nabu-Schutzgebietsstation engagiert.

Am stärksten vertreten sind die Greifvögel in Mecklenburg-Vorpommern. Im vergangenen Jahr gab es in unserer Nähe zwei Horste mit Jungen, und zwar bei Glückstadt und auf Neßsand.

Doch nicht jedes Paar ist erfolgreich. Im Frühjahr 2013 begannen 71 Paare die Brut. 59 waren erfolgreich. 91 junge Seeadler sind im Juli flügge geworden.Damit waren 17 Prozent der begonnen Brut nicht erfolgreich.

www.projektgruppeseeadlerschutz.de

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erstellt am 14.Aug.2014 | 19:44 Uhr

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