Empfang mit deutlichen Worten

Groß Nordendes Bürgermeisterin Ute Ehmke (Zweite von rechts) konnte im Gemeindezentrum Bürgermeister und Politiker aus der Region, dem Land und auch aus dem Bund begrüßen.
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Groß Nordendes Bürgermeisterin Ute Ehmke (Zweite von rechts) konnte im Gemeindezentrum Bürgermeister und Politiker aus der Region, dem Land und auch aus dem Bund begrüßen.

Mehr als 80 Gäste in Groß Nordende / Finanzmittelausstattung der Gemeinden ein Thema

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17. Januar 2018, 16:05 Uhr

Mit ihrer Rede beim Groß Nordender Neujahrsempfang sprach Ute Ehmke ihren Bürgermeisterkollegen, die aus der Region zahlreich erschienen waren, aus der Seele und den anwesenden Abgeordneten aus Kreis, Land und Bund ins Gewissen. Angesichts der erneut hohen Haushaltsüberschüsse, die dank sprudelnder Steuereinnahmen in Berlin, Kiel und Pinneberg verkündet worden sind, forderte sie, dass davon endlich auch etwas in den Gemeinden ankommen müsse. Durch die ständig neue Übertragung von Aufgaben an die Gemeinden wüchsen deren Ausgaben deutlich schneller als die Einnahmen. „Die Steuerschraube in unseren Gemeinden lässt sich aber nicht unendlich anziehen“, mahnte Ehmke – Worte, die die rund 70 Groß Nordender Bürger auf diesem Empfang mit Genugtuung hörten.

Bevor die Bürgermeisterin das Wort ergriff, erklangen mit einem kleinen Konzert der Groß Nordender Liedertafel, geleitet von Michel Preiß, erst einmal die schöneren Töne. Eines der Lieder trug mit „Wenn die Bettelleute tanzen“ allerdings einen Titel, der mit Fantasie wie eine selbsterfüllende Prophezeiung für die von Ehmke später geschilderte prekäre Lage vieler Gemeinden anmutete. Die Finanzausstattung der Gemeinden gehöre nicht erst morgen, sondern schnellsten auf den Prüfstand, resümierte sie und betonte: „Ich möchte den Anspruch auf Krippen- und Kindergartenplätze, die Wegebauförderung, Ganztagsstellen für Gleichstellungsbeauftragte oder, oder, oder nicht prinzipiell in Frage stellen. Aber der Spruch ‚Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen’ enthält für meine Begriffe viel Wahrheit.“


Zwei zusätzliche Gemeindevertreter

Mit Blick auf das vergangene Jahr in Groß Nordende hörten die Gäste unter anderem, dass die Gemeinde zum Thema Windenergie die Eingaben aus der Einwohnerversammlung an die Landesregierung abgegeben habe und man nun auf die neuen Regionalpläne warte. Aktuell, so Ehmke, werde jetzt der neue Gemeindehaushalt beraten, der nach den Pflichtaufgaben nicht viel Spielraum lassen werde. Zum Thema Breitband wies sie auf die Anschlussmöglichkeit der Groß Nordender hin und kündigte eine Einwohnerversammlung in der zweiten Jahreshälfte an. Auch forderte sie die Bürger auf, zur Kommunalwahl zu gehen, sich vielleicht sogar als Kandidat für das Ehrenamt im Gemeinderat zur Verfügung zu stellen. Statt der bisher neun Gemeindevertreter brauche Groß Nordende aufgrund der gewachsenen Einwohnerzahl künftig elf. Und auch Wahlhelfer würden noch gesucht.

An Terminen für 2018 hatte Ehmke die landesweite Müllsammelaktion am 17. März, den Dorfflohmarkt am 27. Mai und das Erntedankfest, für das noch Festausschussmitglieder gesucht werden, am 30. September auf dem Zettel. Abschließend dankte sie ihrer Stellvertreterin Birgit Rohwer und deren Helferinnen Birgit Beckmann, Milena Brandt, Tina Kuthe, Marion Moschik, Meike Plehn und Maike Sieloff für die wunderbaren kalten Platten, die sie für den Empfang gezaubert hatten. Warme Dankesworte und einen Blumenstrauß hatte die Gemeindechefin für Werner Leischow. Er bringt sich aktiv in die Betreuung der Jugendfeuerwehr ein und hatte 2017 mit etlichen Mitstreitern zahllose Klinken geputzt, damit für die jungen Brandschützer ein Transportanhänger gekauft werden konnte. „Von derartigem Engagement lebt eine Gemeinde und es darf gerne Nachahmer geben“, lobte Ehmke.


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