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Para-Tischtennis : EM-Gold: Ein Tattoo soll an den Titel erinnern

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Heidgrabener Tischtennisspielerin Stephanie Grebe holt EM-Gold.

shz.de von
erstellt am 26.Okt.2017 | 16:30 Uhr

Mit einer Goldmedaille im Gepäck kehrte die Heidgrabenerin Stephanie Grebe von den Europameisterschaften im Para-Tischtennis aus dem slowenischen Lasko zurück. Erreicht hat die 30-Jährige den Europameistertitel im Team mit Juliane Wolf (29), und Corinna Hochdörfer (23). Die Tischtennisathletinnen mit unterschiedlichem Grad der körperlichen Behinderung starteten in der Wettkampfklasse 6 bis 8. Sie trafen im Finale auf die Französinnen Thu Kamkasomphou und Anne Barneoud, besiegten sie mit 2:0 und holten damit nach mehreren zweiten Plätzen den ersten europäischen Titel im deutschen Damenteam der Wettkampfklasse 6 bis 8.

Vorwiegend Grebe und die aus Frankfurt am Main stammende Wolf kamen bis zum Erreichen der beiden Sieg-Punkte im Teamwettbewerb zum Einsatz. „Bis zu drei Spielerinnen gehören zu einem Team. Mit Juliane spiele ich schon seit 2011 bei internationalen Wettbewerben zusammen“, berichtet Grebe. Nach zwei Gruppenspielen und dem Halbfinale gewannen Grebe und Wolf das Doppel gegen die beiden Französinnen, und Wolf ließ sich auch im Einzel des Teamwettbewerbs nicht von der Weltranglisten-Zweiten Kamkasomphou bezwingen und machte somit den Europameistertitel des Trios perfekt.

„Die Freude in der gesamten Nationalmannschaft und beim Trainer- und Betreuerteam über unseren Erfolg war groß. Und natürlich haben wir nach der Medaillenübergabe ein bisschen gefeiert. Wir verstehen uns untereinander alle gut“, macht Grebe deutlich. Für sie war es seit 2011 die dritte Teilnahme an der alle zwei Jahre stattfindenden Europameisterschaft, die sie nach Bronze- und Silbermedaillen im Team und zweimal Bronzemedaillen im Einzel nun mit Gold im Team krönen konnte.

Im Einzel klappte es diesmal nicht so gut. Im Viertelfinale musste sich die Silbermedaillengewinnerin im Einzel in der Wettkampfklasse 6 bei den Sommer-Paralympics 2016 in Rio de Janeiro und Silbermedaillengewinnerin der Weltmeisterschaft 2014 im Einzel und im Team geschlagen geben. Im März hatte Grebe, die beruflich als Arbeitsvermittlerin tätig ist, dem Moorreger Sportverein angehört und seit Herbst 2016 ihren Regelsport mit Punktspielen in der Tischtennismannschaft der 1. Damen beim SV Siek bei Ahrensburg bestreitet, mit dem Vorbereitungstraining für die Europameisterschaft begonnen. Nach den Paralympics im Spätsommer 2016, die für Grebe ein Höhepunkt ihrer bisherigen sportlichen Laufbahn waren, sei ein bisschen die Luft rausgewesen, gesteht die Sportlerin. „Ich musste mich ziemlich motivieren.“ Doch Disziplin und Willensstärke zeichnen die junge Frau, die ohne Hände und rechten Unterschenkel geboren wurde, aus. Gemeinsam mit ihrem Privattrainer Simon Moschall, der über langjährige Tischtennis- und Leistungssporterfahrung verfügt und Tischtennis-Regionalligaspieler des TSV Sasel ist, hatte sie die Para-Tischtennis-Europameisterschaften im Blick. Grebe gehörte zu den 17 Frauen und Männern des Deutschen Behindertensportverbandes, die in Lasko nach einer Vorbereitung im thüringischen Bad Blankenburg und am paralympischen Trainingsstützpunkt in Düsseldorf vom 26. September bis 5. Oktober in Einzel-Konkurrenzen und Teamwettbewerben antraten und neun Medaillen gewannen.

„Die Stimmung und die Wettkampfatmosphäre waren gut. Die meisten Teilnehmer kennen sich und auch die Bedingungen vor Ort, denn in Lasko wurden schon mehrfach Wettbewerbe und Weltranglistenturniere ausgetragen“, erläutert Grebe. Sie steht auf Platz vier der Weltrangliste der paralympischen Tischtennis-Startklasse 6. Grebe ist Rechtshänderin und Offensivspielerin. Sie benutzt beim Spiel eine spezielle Armprothese mit Tischtennisschläger. Ab morgen nimmt die Heidgrabenerin nun im belgischen Sint-Niklaas an einem Weltranglistenturnier für die WM-Qualifikation im Einzelwettkampf 2018 teil. Und auf der Agenda hat die junge Frau auch noch einen Termin im Tattoo-Studio. Zu den drei Tattoo-Sternen auf ihrem linken Oberarm sollen noch zwei hinzukommen − für die Silbermedaille bei den Paralympics in Rio de Janeiro im vergangenen Jahr und für den gerade in Lasko errungenen EM-Titel.

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