Medienprojekt : Eltern und Lehrer testen PC-Spiele

Sie reisen am Montag mit großem Gepäck an, brauchen drei Stunden, um das zu installieren, wofür sie gekommen sind: zehn Rechner, Playstations, Wii-Spielekonsolen, ein komplettes Netzwerk. Danach treten die sieben Medienpädagogen des Offenen Kanals in Kiel richtig in Aktion. Sie machen Erwachsene innerhalb von drei Stunden zumindest einigermaßen fit in Sachen Computerspiele.

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28. November 2013, 20:26 Uhr

Ziel ist es, Eltern und Pädagogen die Berührungsängste zu nehmen, aufzuzeigen, was Kinder und Jugendliche an Sport-, Online-, Adventure- und Ego-Shooter-Spielen so fasziniert.

Dahinter steht ein ambitioniertes Projekt des Kreis Pinneberger Jugendschutzes in Zusammenarbeit mit der AWO-Gewaltpräventionsstelle Uetersen-Tornesch und der Regionalschule am Himmelsbarg in Moorrege, die gleichzeitig Gastgeberin und Kooperationspartnerin ist. „Wir hätten auch eine andere Schule nehmen können, aber die Regionalschule macht eine Menge zum Thema Medien“, sagte Andreas Suszcyk von der AWO-Gewaltprävention.

Zusammen mit dem Kreis Pinneberger Jugendschützer Jörn Folster und dem Lehrer Björn Schwientek stellte er das Seminar mit Inhalten und Zielen gestern vor Journalisten vor, übrigens das dritte seiner Art im Kreis.

Der Game-Treff ist ein Angebot des Sozialministeriums und richtet sich in einer Veranstaltung am Montag, 2. Dezember, um 15 Uhr an Pädagogen und in einer zweiten Veranstaltung um 18.30 Uhr dann auch an Eltern. Kinder und Jugendliche sind an diesem Nachmittag nicht erwünscht. „Jede Einheit dauert etwa drei Stunden, und wir wollen den Teilnehmern in dieser Zeit die Möglichkeit geben, sich auszuprobieren“, so Jörn Folster. Wer sich traut, kann alles testen: die Wii, die Playstation, die eher einfachen Sportspiele, die schon etwas komplexeren Adventure-Spiele und schließlich die in Verruf geratenen Ego-Shooter-Spiele, in denen die Gewalt eine zentrale Rolle spielt.

„Im Hintergrund stehen Experten, die Tipps geben und bei der Handhabung helfen“, sagte Björn Schwientek. Ziel ist es, den unkundigen Erwachsenen möglichst schnell Erfolgserlebnisse beim Spielen bieten zu können.

„Wir fangen ganz leicht an, zum Beispiel mit Sportspielen, und steigern uns dann. Immer wenn eine Spieleart ausprobiert wurde, geht es zurück ins Plenum. Dann wird über die Erfahrungen gesprochen“, erklärte Andreas Susczyk den Ablauf.

Der Erfahrungsaustausch soll helfen, sich in die Erlebniswelt der Kinder und Jugendlichen hineinversetzen zu können. Außerdem erwerben die Erwachsenen innerhalb der drei Stunden ein Mindestmaß an Kompetenz, die ihnen bislang ihre Kinder voraus haben.

„Die Abgrenzung von den Eltern, ein ganz natürlicher Vorgang, wird zunehmend auf die digitale Ebene verlagert. Hier bekommen die Kinder und Jugendlichen positive Bestätigung, Erfolg und soziale Anerkennung“, sagte Björn Schwientek. Diese Welt ist vielen Eltern fremd. Durch das Projekt könnte sich das allerdings ändern. Die Teilnahme an den beiden Veranstaltungen ist kostenlos, die Teilnehmerzahl jedoch begrenzt. Deshalb sollte man sich anmelden unter Telefon 04121/45023456 oder j.folster @kreis-pinneberg.de

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