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Uetersener Nachrichten

27. Juni 2017 | 14:15 Uhr

Eltern fürchten um Kita-Qualität

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

offener briefGrößere Gruppen dürften nicht zum Dauerzustand werden / Politik und Verwaltung verweisen auf Kita-Neubau

Von 20 auf 22: Die Aufstockung der Gruppengrößen in den Tornescher Kindertagesstätten sorgt für Unruhe bei Eltern in der Stadt. Einige haben sich nun in einem offenen Brief an Politik und Verwaltung gewandt. Tenor: Temporär sei die Aufstockung okay, mittelfristig jedoch nicht. Zudem sei durch die zunehmende Arbeitsbelastung der Kita-Mitarbeiter kaum noch pädagogische Arbeit möglich. Politik und Verwaltung beschwichtigen und betonen, dass die Gruppengröße lediglich für ein Jahr erhöht werde.

Mehrere Eltern, deren Kinder in der sogenannten Sonnengruppe der Awo-Kita am Merlinweg betreut werden, nahmen jüngst als Gäste an der Sitzung des Sozial- und Bildungsausschusses teil. Stellvertretend für sie las André Munoz-Brandt den Brief vor. Darin loben die Eltern zunächst die lokale Politik für deren Entschlossenheit, den Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten in Tornesch weiter voran zu treiben. Gemeint ist damit der Bau der neuen Kita „Seepferdchen“, deren Bau sich allerdings verzögert. Doch dafür zeigen die Eltern Verständnis.

Besonders „hellhörig“, so schreiben sie, werde man allerdings bei der Tatsache, dass es in den Gruppen für den Nachwuchs künftig zwei weitere Spielpartner gibt. „Den sozialen Gedanken hinter dieser Interims-Maßnahme haben wir sicherlich alle im Hinterkopf und die Akzeptanz ist groß.“ Doch diese sinke, wenn aus „temporär“ ein Dauerzustand werde. Die daraus entstehende Mehrarbeit der Mitarbeiter führe zudem dazu, dass keine adäquate Betreuung der Kinder mehr möglich sei, befürchten die Eltern.

Politik und Verwaltung zeigten grundsätzlich Verständnis für die Sorgen. „Wir sind uns der Problematik bewusst und arbeiten daran“, sagte SPD-Vertreter Manfred Mörker. Parteikollegin und Fraktionschefin Verena Fischer-Neumann betonte, dass Politik und Verwaltung in Tornesch stets bemüht seien, eine bedarfsgerechte Betreuung anzubieten. „Das kann man aus den vergangenen Jahren ableiten“, so Fischer-Neumann, die in diesem Zusammenhang auf den Kita-Neubau im Wohngebiet „Am See“ verwies. Daniel Kölbl von der CDU betonte, dass es sich bei der Aufstockung der Gruppengröße lediglich um eine temporäre Situation handele, die schnell wieder beendet werden müsse. Das gehe allerdings nur mit der neuen Kita.


Baubeginn spätestens Anfang Oktober


Deren Bau soll nach derzeitigem Stand spätestens Anfang Oktober erfolgen. „Wir versuchen, die Vorgänge zu beschleunigen“, so Sabine Kählert, Leiterin des Amts für soziale Dienste. Deswegen will die Verwaltung nun einen sogenannten Projekt-Steuerer einsetzen. Kählert nannte auch aktuelle Zahlen für Tornesch: 30 Kinder können derzeit nicht mit einem Kita-Platz versorgt werden. „Wir suchen großzügig nach Lösungen“, betonte die Amtsleiterin. Dazu zählten unter anderem Betriebs-Kitas oder der Gang in eine andere Kommune.

Zur Aufstockung der Gruppengröße auf 22 Kinder in den Tornescher Einrichtungen sagte Kählert, dass diese grundsätzlich ohne eine Personalaufstockung möglich sei. Dennoch seien Mittel für eine befristete Personalverstärkung bereitgestellt worden. „Das ist ein Novum“, so Kählert, die zudem den Blick auf das Umland lenkte. So würden in Elmshorn beispielsweise zirka 300 Kita-Plätze fehlen, Tornesch stehe im Vergleich gut da. „Dennoch kann ich die Wahrnehmung der Eltern nachvollziehen“, betonte sie.

Bürgermeister Roland Krügel (CDU) machte deutlich, dass er bei den neuen Gruppengrößen nicht die Gefahr eines Dauerzustands sehe. „Es ist nicht das erste Mal, das sie erhöht wird“, so Krügel. Und stets sei dies nur für ein Jahr gemacht worden.

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erstellt am 02.Jun.2017 | 16:45 Uhr

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