Landtagswahl : Elmshorner SPD lässt Tenor-Alschausky fallen

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Zu wenig erkennbare Ergebnisse, eine zu geringe öffentliche Präsenz. Das hielten Elmshorner Genossen am Mittwoch der SPD-Landtagsabgeordneten Siegrid Tenor-Alschausky vor.

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15. September 2011, 21:20 Uhr

Der Ortsverein ihrer Heimatstadt entzog der Pädagogin nach elf Jahren im Kieler Landtag das Vertrauen. Während einer Mitgliederversammlung am Mittwoch sprach sich die Hälfte der Stimmberechtigen für eine Kandidatur der zwölf Jahre jüngeren Stadtverordneten Beate Raudies für die Landtagswahl aus. Tenor-Alschausky hatte in einer Stichwahl nur noch ein Drittel der Genossen hinter sich. Die 57-Jährige trug den Vertrauensverlust mit Fassung: „Das ist so, wie ich es erwartet habe. Sie finden mich nicht in Tränen aufgelöst“, sagte sie gestern. Mandate seien eben Ämter auf Zeit.

Der Andrang in der Gaststätte „Im Winkel“ war groß. 80 Sozialdemokraten hörten zu, als sich Tenor-Alschausky, Raudies und das 22 Jahre alte Juso-Mitglied Mats Marti Hansen um eine Kandidatur im Wahlkreis 22 (Elmshorn, Tornesch, Appen und die Gemeinden des Amts Elmshorn-Land) bewarben. Der Diplom-Ingenieur Rolf Küppershaus hatte sich schriftlich vorgestellt, blieb der Versammlung aber fern.

Nach einer Diskussion sprachen sich 22 Genossen für Hansen und jeweils 29 für Raudies und Tenor-Alschausky aus. Eine Stichwahl ging mit 40:80 für Raudies aus. Nominiert wird der SPD-Kandidat des Wahlkreises zwar erst am Mittwoch, 21. September, durch gewählte Vertreter. Doch neun von zwölf Delegierten kündigten bereits an, sich der Empfehlung anzuschließen. Wie sich die 17 Delegierten aus Tornesch, Appen und den sieben Dörfer zwischen Klein Nordende und Klein Offenseth entscheiden, ist offen. Einige Ortsvereine wie der Tornscher haben sich zwar festgelegt, wollen mit ihrer Meinung aber nicht herausrücken. Doch die Seeth-Ekholter SPD-Vorsitzende Annegret Stockfleth gab zu: „Eine andere Empfehlung haben wir auch nicht.“ Dasselbe war aus Seester zu hören. „Wo bleibst Du, Siegrid, mit Deiner Meinung in den Medien?“, fragte Andreas Nemitz. Ebenso Tull Kahl: „Du hast die Ergebnisse Deiner Arbeit nicht richtig kommuniziert“, sagte er. Tenor-Alschausky verwies auf ihr hohes Pensum: „Man kommt schnell in den Zustand, dass man bedauert, dass der Tag nur 24 Stunden hat.“ Sie habe stets auf Ergebnisse, nicht auf Schlagzeilen hingearbeitet. Als Beispiel nannte sie die Einrichtung einer Stelle beim Kreisjugendring. „Ich möchte, dass Schwache und Benachteiligte eine Stimme haben“, lautete ihr Credo.

Raudies punktete mit Charme und Kompetenz. Sie wolle ihre Erfahrung als Finanzbeamtin in Hamburg in die Landespolitik einbringen, sprach sich aber auch für die landesweite Einführung von Ganztagsschulen aus. Hansen betonte seine Nähe zu den Problemen des Schulalltags, die sich aus seinem Alter ergäbe.

Die Wahl am Mittwoch, 21. September, im Tornescher Café „Kleiner Friedrich“, Friedrichstraße 2, beginnt um 19 Uhr.

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