Bauarbeiten : Elbufer naturnah umgestalten

3557164_800x527_5058bd41c4f88.jpg

An den Uferbefestigungen im Naturschutzgebiet Haseldorfer Binnenelbe wird derzeit gebaut. „Unser Ziel ist es, den ökologischen Zustand der Tideelbe dauerhaft zu verbessern“, erklärt Professor Heinrich Reincke, Vorstand der „Stiftung Lebensraum Elbe“. „Dazu gehört die Entwicklung naturnaher Ufer, wie wir sie jetzt mit der Integrierten Station Unterelbe und dem Wasser- und Schifffahrtsamt Hamburg gemeinsam realisieren.“

Avatar_shz von
18. September 2012, 20:24 Uhr

Die Stiftung Lebensraum Elbe hatte der schwarz-grüne Senat 2009 ins Leben gerufen. Sie war Teil des Koalitionsvertrages, mit dem den Hamburger Ökopaxen ihr „Ja“ zur Elbvertiefung versüßt werden sollte.

Zwischen den Strommasten an der Hetlinger Schanze und dem Leuchtturm Julssand sind Arbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes derzeit mit schwerem Gerät in Aktion. Wasserbaumeister John Appel vom WSA in Wedel erklärt: „Entlang einer rund 600 Meter langen Uferstrecke tragen wir das Steindeckwerk an fünf Stellen rund 60 Zentimeter ab.“ Insgesamt 500 Tonnen Wasserbausteine werden dafür bewegt. 43000 Euro kostet das Vorhaben, das von der Stiftung finanziert wird. Die 30 Zentimeter über dem normalen Tidehochwasser liegende Krone der Uferbefestigung verhindert bisher, dass das Elbwasser ins tiefer gelegene Haseldorfer Vorland gelangt.

Künftig kann die Flut schon eine Dreiviertelstunde vor dem höchsten Wasserstand durch die zehn Meter breiten Absenkungen über das Deckwerk strömen. Die Ebbe, so zeigten erste Messungen, lässt sich hinterher in umgekehrter Richtung über eine Stunde Zeit. Außerdem bleibt ein Teil des eingeströmten Elbwassers im Vorland zurück. Initiiert hatte den Umbau Bernd-Ulrich Netz, Leiter des Elbmarschenhauses. „Ein naturnahes Ufer, das auch für die Selbstreinigungskraft der Elbe wichtig ist, konnte sich an dieser Stelle bisher nicht bilden“, erläutert er. Fachleute hoffen, dass durch das Projekt wieder zusätzlicher Lebensraum für den vom Aussterben bedrohten Schierlings-Wasserfenchel entsteht. Diese Pflanze kommt weltweit nur am Elbufer im Raum Hamburg vor.

Dr. Bettina Gätje vom Wasser- und Schifffahrtsamt verweist auf die guten Erfahrungen aus einem früheren Projekt. Bereits 2004 hatte das WSA versuchsweise eine Absenkung des Deckwerks bei Hetlingen vorgenommen. Die Folge war ein verstärktes Wachstum von Schilf und Simsen, das gleichzeitig zu einer natürlichen Uferbefestigung beitrug.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert