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Eiskübel-Herausforderung : Eisdusche für Spitzenbeamte

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Für die einen ist es ein riesiger Spaß, für die anderen der Inbegriff einer gelungen Hilfsaktion, für viele aber auch schlicht Humbug: Das Phänomen der „Ice Bucket Challenge“, zu deutsch: Eiskübel-Herausforderung“, hat sich dank Facebook, Twitter und Instagram explosionsartig verbreitet. Nun wurden mit Christiane Küchenhof, Urte Steinberg, Niels Schmidt und Thomas Köppl vier Bürgermeister im Kreis Pinneberg herausgefordert.

shz.de von
erstellt am 02.Sep.2014 | 20:47 Uhr

Die Idee ist erst wenige Monate alt und schon erfolgreicher als jede vergleichbare Aktion zuvor. Im Juni rief ein an der Nervenkrankheit ALS leidender und gelähmter amerikanischer Baseballstar dazu auf, sich vor laufender Kamera mit Eiswasser zu übergießen und anschließend für die weitere Erforschung des Leidens zu spenden.

ALS steht für Amyotrophe Lateralsklerose, die dazu führt, dass die Nervenzellen irreversibel geschädigt werden. Folge ist eine Muskellähmung oder gar Muskelschwund. 70 Millionen Euro sollen laut Nachrichtenagentur RP inzwischen weltweit gesammelt worden sein. Damit die Spendenbereitschaft nicht nachlässt, werden immer wieder Menschen herausgefordert, sich zu beteiligen. Das läuft im Prinzip wie einer dieser Kettenbriefe. Wer sich mit Eiswasser übergießt und den Videofilm als Beweis ins Netz stellt, zahlt bitte, wer die eiskalte Dusche verweigert, zahlt mehr. Und fordert dann vier Freunde auf, es ihm nach zu tun! Nun hat es die Bürgermeister Christiane Küchenhof (Schenefeld), Niels Schmidt (Wedel), Thomas Köppl (Quickborn) und Urte Steinberg (Pinneberg) getroffen. Sie wurden öffentlich nominiert von Mitarbeitern eines großen norddeutschen Zeitungsverlages und reagierten auf die Einladung ganz unterschiedlich. Für Niels Schmidt ist es nicht die erste Nominierung. „Mich hat bereits ein Freund und Wedeler Bürger herausgefordert. Ich habe das gemacht und auch nachgewiesen, das Bild aber nicht gepostet“, sagte er.

Auch gespendet hat der Wedeler Verwaltungschef, für ihn eine private Sache, und so soll es auch bleiben. „Inzwischen ist daraus ein solcher Hype geworden, dass man sich fragen muss, ob das alles überhaupt noch Sinn macht“, sagte er. Ein zweites Mal wird er wohl nicht teilnehmen am „Ice Bucket Challenge“.

Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg (kl. Foto links) hat sich entschieden, „den Spaß mitzumachen“, auch wenn sie ebenfalls kritisiert, die Aktion habe sich längst verselbständigt. Um den ursprünglichen Hilfsgedanken wieder stärker in den Vordergrund zu rücken, kündigte sie an, einen kleinen Film drehen und später öffentlich machen zu wollen. „Lassen Sie sich mal überraschen“, sagte sie.

Ihre Schenefelder Amtskollegin Christiane Küchenhof reagierte zurückhaltend. Sie werde wohl nicht teilnehmen, sagte sie. Sie stört vor allem, dass eine Frage bislang nicht geklärt wurde: „Was passiert mit dem gesammelten Geld?“ Sie spende gerne, so Küchenhof, entscheide aber selbst für wen oder was. Thomas Köppl (kl. Foto rechts) war gestern nicht zu erreichen.

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