zur Navigation springen

Senioren-Union : Einzelhandel noch blind für die Alten

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Neulich im Supermarkt. Eine ältere Dame spricht Heidi Garling aus Wedel an und hält ihr eine Konservendose hin: „Ist das Gemüseeintopf? Ich kann das gar nicht mehr richtig sehen“, fragt sie. Garling liest die Aufschrift vor. Es sind Königsberger Klopse.

shz.de von
erstellt am 17.Nov.2011 | 21:11 Uhr

Die Wedelerin ärgert sich. „Warum hängen die eigentlich keine Lupen an die Einkaufswagen?“, fragte sie gestern während einer Pressekonferenz der Kreis-Senioren-Union. Die Alten seien ein wachsender Wirtschaftsfaktor. In neun Jahren wird ein Viertel der Bevölkerung älter als 65 Jahre sein. Doch der Einzelhandel hat es noch nicht begriffen. Das will Garling ändern.

Gestern veröffentlichte der Pinneberger Kreisverband der Senioren-Union, der mit rund 400 Mitgliedern die landesweit vierstärkste Gruppe bildet, 20 Empfehlungen an Handel und Kommunen. Das dreiseitige Papier ist in die Rubriken Versorgung, Wohnen, Teilhabe und Kommunen unterteilt. Es soll Kommunalpolitikern und den sechs Ortsverbänden der Senioren-Union als Anregung überreicht werden. „Wir wollen Gespräche mit den Einkaufsketten führen und fragen: Wie unterstützt ihr eigentlich Alte?“, so Garling. Die Vision der Senioren-Union: „Die Kassenbons weisen eine größere Schrift aus, die Umkleidekabinen haben Zusatzhaken, sind ausreichend groß und verfügen über eine fest montierte Sitzbank“, heißt es in dem Papier. Davon profitierten schließlich auch Mütter mit Kindern.

Aber nicht nur das: Die Kommunen sollen das altersgerechte Wohnen fördern. Das Handwerk möge sich auf Haustechnik für Senioren spezialisieren. Vereinen und Volkshochschulen wird geraten, ihr Angebot auch an den Bedürfnissen von Alten auszurichten und ehrenamtliche Senioren-Assistenten auszubilden. Sportanlage sollten für jede Altersgruppe geeignet sein. Vereine, Politik, Bildungsträger und die Verwaltungen sollten Runde Tische zu Senioren-Themen anbieten. Es sei Aufgabe der Kommunen, ein positives Bild älterer Menschen zu prägen. „Ich habe nicht den Eindruck, dass es dafür ein wirkliches Bewusstsein gibt“, so Garling.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert