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Unterricht auf der Bühne : Eintauchen in die Stadt der Liebe

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Was ist nach den Terroranschlägen vom 13. November von einem Theaterstück über Paris zu erwarten? Zum Beispiel, dass es allen Einschüchterungsversuchen zum Trotz die Liebenswürdigkeit, Vielfältigkeit und Lebensfreude der Stadt zeigt.

shz.de von
erstellt am 25.Nov.2015 | 17:13 Uhr

Astrid Sacher und Frédéric Camus vom Knirps-Theater in Bad Ems schrieben ihr oft aufgeführtes Bühnenstück „Rendez-vous: Paris“ für einen Auftritt im Uetersener Ludwig-Meyn-Gymnasium daher gar nicht erst um. Das wäre innerhalb der kurzen Zeit seit den Attentaten schwierig gewesen. Zudem stellte der Einakter für zwei Darsteller bereits in der bewährten Fassung das Lebensgefühl sowie die Vielfalt in der Metropole dar. Etwa 170 Schüler der Jahrgänge 7 bis 9 sahen der rund 90-minütigen Aufführung in der Aula zu.

Gabriele Bekemeier, Fachleiterin Französisch, hatte die neun Französischklassen eingeladen. „Es ist sonst schwer, dass die Schüler einmal einen Muttersprachler hören“, sagte sie. Sieben Klassen erschienen. Jeweils fünf Euro zahlten die Schüler.

Das Stück entfaltet spannend und humorvoll eine moderne Liebesgeschichte, der die Gymnasiasten aufmerksam und vergnügt folgten. „Victoria“ aus Deutschland möchte ihre Internet-Bekanntschaft „Victor Noir“ aus Paris endlich einmal kennen lernen. „Ein Foto habe ich nicht, aber er sieht super aus“, verkündet sie ihrer Freundin am Telefon. Schließlich habe er selbst sich als gutaussehend beschrieben.

Doch das Rendezvous kommt nicht zustande. Auf der schwierigen Suche nach dem Traummann nimmt „Victoria“ das Publikum auf eine Reise durch die Viertel der Stadt mit und trifft dabei einen Taschendieb, einen verkannten Poeten, einen „Clochard“ und ihren „Victor Noir“ am Ende ganz anders als erwartet. Einige Gymnasiasten durften sogar spontan die Fahrgäste in einer Metro-Linie spielen.

Indem Astrid Sacher immer wieder zwischen Deutsch und Französisch wechselte, hatte jeder Zuhörer die Chance, der Handlung folgen zu können. Manch eine französische Wendung wird sich durch das Theaterstück bei den Schülern gut eingeprägt haben.

Die Attentate von Paris sind an der Schule oft besprochen worden. Gabriele Bekemeier sieht nun die Aufgabe, in einer Nachbesprechung des Theaterstücks zu präzisieren, dass es diese Seite von Paris heute auch gibt.

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