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Uetersener Nachrichten

18. Oktober 2017 | 08:03 Uhr

Reform : Einstimmig für den Amtsdirektor

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Die historische Chance haben wir verpasst, die Ersten in Kreis Pinneberg zu sein“, so Bürgermeister Reinhard Pliquet am Beginn der Neuendeicher Gemeindevertretung mit Blick auf das Amt Moorrege, dass einst zu den modernsten offensten im Land gehörte. Gemeint ist eine Reform der Verwaltungen, die derzeit intensiv diskutiert wird und die die Politiker des Amtes Elmshorn-Land vor kurzem vollzogen haben (die UeNa berichteten).

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erstellt am 17.Sep.2014 | 20:51 Uhr

Über die Einführung eines Amtsdirektors wird derzeit auch in den sieben Gemeinden des Amtes Moorrege beraten. Frank Wulff aus der Verwaltung hatte den Neuendeichern eine Vorlage erarbeitet, die die Veränderungen auflistete. „Ich möchte mit Eurem Votum in die Diskussion auf Amtsebene gehen“, so die Bitte des Bürgermeisters an die Gemeindevertreter.

Derzeit steht an der Spitze der Verwaltung der Amtsvorsteher, der Holmer Bürgermeister Walter Rißler (CDU). Er habe die volle Verantwortung für den inneren Geschäftsgang und die Aufgabenerledigung“, so Wulff. Dafür ist er persönlich haftbar. Der Leitende Verwaltungsbeamte – jetzt Rainer Jürgensen – unterstützt und berät den Amtsvorsteher. Bei der Einführung eines Amtsdirektors an der Spitze der Verwaltung würden die Aufgaben des Amtsvorstehers weitgehend auf ihn übergehen. Er hätte nur noch repräsentative Aufgaben sowie die Leitung der Amtsausschusses.

Befürworter der Reform sehen eine Professionalisierung an der Verwaltungsspitze, zumal die Aufgaben in den vergangenen Jahren wesentlich komplexer geworden sind. Die Gegner befürchten einen Verlust an ehrenamtlichen Engagement. „Es ist eine politische Entscheidung“, bilanzierte Wulff. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Gerd Mettjes verglich seine Aufgabe als Geschäftsführer einer Baufirma mit 65 Mitarbeitern mit der des Amtsvorstehers. Im Amt arbeiten 55 Beamte und Angestellte. Ein „Hobby-Amtsvorsteher“ hätte aus seiner Sicht „keine Chance, die Arbeit zu überblicken“, urteilt Mettjes.

Günther Laudan (CDU) empfahl, „völlig losgelöst von Personen“ zu diskutieren. Dies sei „eine rein sachliche Entscheidung.“ Für seine Fraktionskollegin, die erste stellvertretende Bürgermeisterin Ellen Kruse sind die Argumente gegen einen Amtsdirektor „subjektiv“. Es müsse jedoch objektiv entschieden werden, um die Zukunft des Amtes zu sichern.

Die Gemeindevertreter empfahlen einstimmig die Einführung eines Amtsdirektors. Die Zukunft des Amtes Moorrege sichern

Im Frühjahr 2013 setzte der Moorreger Amtsausschuss einen Arbeitskreis „Zukunftssicherung des Amtes und deren Gemeinden“ ein. Auslöser waren die Pläne der Landesregierung zur Kommunalreform. Die Politiker befürchteten den Verlust der Eigenständigkeit.

Moorrege wird als „Kragenamt“ eingestuft, dass heißt die Kommunen liegen wie ein Kragen um eine Stadt, in diesem Fall Uetersen. Der Landesrechnungshof, der in der jüngeren Vergangenheit großen Einfluss auf die kommunalen Pläne der Landesregierung hatte, empfiehlt die Auflösung der Krangenämter. Zwei Verwaltungen in unmittelbarer Nähe werden als unwirtschaftlich eingestuft. Würden die sieben amtsangehörigen Gemeinden durch Uetersen verwaltet, wäre es dann nur ein kleiner Schritt sie mit der Stadt zu fusionieren. Über das Wohl und Wehe der Dörfer würde in der Ratsversammlung der Rosenstadt entschieden. Die Einführung eines Amtsdirektors in Moorrege hätte auch finanzielle Auswirkungen, denn ein hauptamtlicher Verwaltungschef kommt teurer als der derzeitige ehrenamtliche. Nach UeNa-Informationen würden zusätzlich etwa 16000 Euro jährlich anfallen. Der Haushalt des Amtes liegt bei 3,2 Millionen Euro. Würde der Amtsvorsteher in der derzeitigen Form abgeschafft, hätte dies auch für ihn finanzielle Auswirkungen. Die Aufwandsentschädigung würde monatlich um rund 1000 Euro sinken, also um etwa Zweidrittel.

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