Besuch : Einsatz im Burgkino

Christine (Tine) Wittler kommt ins Kino. Nicht, um dort zu renovieren, sondern um ihr Reisetagebuch „Wer schön sein will, muss reisen“ vorzustellen.

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22. November 2013, 21:39 Uhr

Die Hamburgerin dürfte vielen noch aus der RTL-Sendung „Einsatz in 4 Wänden“ bekannt sein, bei der das TV-Team um die Moderatorin Familien beim Renovieren ihrer Wohnung half, beziehungsweise die Arbeiten ganz übernahm. Nach zehn Jahren wurde die Sendung eingestellt. Doch Tine Wittler, eine studierte Kultur- und Kommunikationswissenschaft-lerin, ist auch als Autorin erfolgreich. Im Jahr 2002 veröffentlichte sie ihren Debütroman „Die Prinzessin und der Horst“. 2003 erschienen fast gleichzeitig der Nachfolgeroman „Horst Go Home!“ sowie „Parallelwelt“, ein Roman, in dem Tine Wittler sich mit dem Thema Arbeitslosigkeit und Übergewicht befasst. 2012 veröffentlichte sie „Wer schön sein will, muss reisen“. In diesem Jahr entstand dazu ein Dokumentarfilm, der am 4. Dezember im Burg-Kinocenter zu sehen ist. Der Abend an der Marktstraße 24 beginnt um 20 Uhr. Das Uetersener Kinoteam freut sich, Tine Wittler an diesem Abend begrüßen zu können. Die Hamburgerin wird dabei ihren Film vorstellen. Natürlich kann mit ihr zudem das direkte Gespräch gesucht werden. Karten für diese Sondervorstellung gibt es jetzt an der Kinokasse. Empfohlen wird, mit dem Erwerb eines Tickets nicht zu lange zu zögern, da mit einer starken Nachfrage zu rechnen ist.

Worum geht es bei „Wer schön sein will, muss reisen“? Die Ausgangsfrage, die sich Tine Wittler gestellt hatte, war, wie Schönheit eigentlich entsteht, wer Schönheitsideale festlegt und wie der (die) einzelne damit umgeht. Wer schön sein will, muss reisen. . . Tine Wittler tat das und gelangte nach Mauretanien. In diesem Wüstenstaat gelten runde Frauen als besonders schön und begehrenswert. Sie trifft aber auch auf Schattenseiten des dortigen Üppigkeitsangebotes: Zwangsfütterung, Medikamentenmissbrauch, Gesundheitsschäden. Tine Wittler will mehr wissen, am eigenen Leibe erfahren, was es heißt, „zwangsgemästet“ zu werden und unterzieht sich einen Tag lang diesem gewaltsamen Ritual, mit dem schon kleine Mädchen auf vollschlank getrimmt werden. „Wer schön sein will muss reisen“ wirft Fragen auf, ob es Möglichkeiten gibt, sich vom Diktat der Schönheitsideale zu befreien. Und wenn das möglich ist, wie das geht. Tine Wittlers Forschungsreise fordert geradezu dazu auf, darüber nachzudenken, wofür der eigene Körper eigentlich da sein sollte. Regie führte René Schöttler, mit dem Tine Wittler befreundet ist.

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