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Uetersener Nachrichten

16. Dezember 2017 | 06:53 Uhr

Geburtstag : Einmischen für Umwelt und Natur

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Als sieben Frauen und Männer 1975 die Arbeitsgemeinschaft (Arge) Umweltschutz Haseldorfer Marsch gründeten, dürfte jeder von ihnen seine eigene Motivation gehabt haben. Da war die Sorge, mit dem Bau des großen Elbdeichs könnte eine industrielle Nutzung des Zwischendeichgeländes nach Stader Vorbild kommen.

shz.de von
erstellt am 15.Feb.2015 | 23:15 Uhr

Da war auch der allgemeine Unmut über das Klärwerk in Hetlingen, das vor vier Jahrzehnten noch eine echte (Geruchs-)Belästigung für die Bürger darstellte. Und da gab es den Wunsch, die Besonderheiten der Natur in der Haseldorfer Marsch nachhaltiger zu schützen und den Menschen deren Schönheit vor Augen zu führen. In jedem Fall war die Entscheidung für diesen Verein visionär, weil eher noch die Ausnahme. Gestern nun haben die Mitglieder, über 60 sind es inzwischen, den 40. Geburtstag der Arge Umweltschutz mit einem Empfang und zahlreichen Gästen gefeiert. Die Rückschau, immer Bestandteil runder Wiegenfeste, zeigte eindrucksvoll, wie konsequent neue Herausforderungen angenommen und neue Ziele angesteuert wurden. „Wir hatten nicht immer Erfolg“, sagte Ralf Hübner, nach Norbert Lehnart, Siegfried Zell und Jochen Steinhardt-Wulff der vierte Vorsitzende. So fand zum Beispiel eine der Eingaben je Berücksichtigung.

Die erfolgreichen Projekte allerdings überwiegen und zeigen, wie breit der Verein thematisch aufgestellt ist. Ganz oben auf der Liste steht natürlich der Schutz der seltenen Schachblume, die eine vom Verein gepachtete Wiese am Deich jedes Jahr im Frühling für einige Tage in einen magischen Ort verwandelt.

Erfolgreich engagiert sich der Verein seit mehr als zehn Jahren außerdem in der Förderung umweltfreundlicher Energien. Sichtbares Zeichen ist die Solaranlage auf dem Dach der Grundschule, die jährlich einen Erlös erwirtschaftet, den der Verein in umweltpädagogische Projekte investiert.

Das Klärwerk ist längst aus den Schlagzeilen verschwunden, hat zuvor aber noch 7,6 Millionen Mark an Entschädigung für 382 Haushalte zahlen müssen. Auch ein Erfolg der Arge, die ein Ehepaar bei einem 13 Jahre währenden Rechtsstreit unterstützte. Und nicht zuletzt die Förderung der Artenvielfalt: Vor drei Jahren pachtete der Verein eine weitere Wiese, für die Landwirtschaft nicht mehr brauchbar, pflegt und bepflanzt sie neu, um Platz für Insekten, Bienen, Vögel und andere Tiere zu schaffen. „Wir konzentrieren uns auf wenige Projekte, führen die aber jeweils auch zu Ende“, erklärte Hübner. Dabei gehe es immer um die Sache. „Bei uns wird nicht geschrien, das eint uns auch“, so der Vorsitzende.

Also gab es auch gestern zum Geburtstag keine langen Reden, keine Lobeshymnen, dafür reichlich Zeit für Erinnerungen und Gespräche über neue Projekte. Zu denen ein angemessener Internetauftritt übrigens nicht mehr gehört, denn das Thema ist abgearbeitet, die Seite seit einigen Tagen online.: www.arge-umweltschutz.de.

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