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Uetersener Nachrichten

22. August 2017 | 19:20 Uhr

Jubiläum : „Einmal Lehrer, immer Lehrer“

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Vor 50 Jahren trat Ingrid Steensen in Groß Nordende ihre erste Stelle als Lehrerin an. Dieses Jubiläum hat sie kürzlich zusammen mit vielen ihrer damaligen Schüler und Kollegen gefeiert. Etwa 60 Gäste scharten sich im Dorfgemeinschaftshaus um sie – ein Treffen an historischem Ort, denn an der Stelle lag früher der Schulhof.

„Das ist eine Art Danksagung an das Miteinander im Dorf. Es ist mir eine neue Heimat geworden“, sagte die 76-Jährige. Noch immer lebt sie in dem ehemaligen Schulgebäude. Von 1963 bis 1974 unterrichtete Ingrid Steensen in Groß Nordende 148 Schüler. Die Hälfte des ersten Jahrgangs feierte das Jubiläum mit: Britta Heyland, Renate Thien, Birgit Kleinwort und Lore Glaw.

Als Steensen sie 1963 einschulte, hatte sie gerade die viersemestrige Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule in ihrer Geburtsstadt Flensburg abgeschlossen. „Es war alles neu für mich“, erzählte sie. Im Haus gegenüber der Schule bezog sie ein Zimmer, ausgestattet mit einem Bett, einem Kleiderschrank, aber ohne Heizung. Dafür hatte das Plumpsklo draußen zwei Sitze.

Mittags suchte sie die Gemeinschaftsspeisung der benachbarten Kleiderfirma Krull auf. Als der Herbst kam, zog sie in das Altenteilerhaus der Bauersleute Gerda und Klaus Piening und 1965 in die Schule. Unter ihr wohnte ihr damaliger Chef, Schulleiter Albrecht Heyland. Der 93-Jährige zählte zu den Ehrengästen der Feier. Seine Tochter Britta Heyland erinnerte sich: „Ingrid Steensen war die erste im Haus, die einen Fernseher hatte.“

Zum Tagesbeginn mussten sich die Schüler vor ihrem Klassenraum versammeln und ein Lied singen. Dann schickte Ingrid Steensen sie jahrgangsweise hinein und gab jeder Gruppe eine andere Aufgabe. Die Jahrgänge 1 bis 4 wurden nämlich in einem Raum unterrichtet, die Klassen 5 bis 9 in einem anderen. „Das hatte den großen Vorteil, das jeder jeden kannte. Die Schüler halfen einander. Sie lernten sehr intensiv“, sagte Steensen.

Ein Gedanke lag ihr immer am Herzen: „Die Menschen zu lieben, so wie sie sind, sie zu motivieren, das Beste aus sich herauszuholen.“ Dieses Anliegen begleitete sie bei ihrem Wechsel 1974 zur Roggenfeldschule – damals war die Grundschule in Groß Nordende geschlossen worden – und 1984 zur Friedrich-Ebert-Schule, an der sie bis zur Pensionierung 1999 unterrichtete. Noch heute hilft sie Kindern bei den Hausaufgaben. Manchmal erhält sie sogar Anrufe von Schülern aus Plön und München, die in Nöten sind und gehört haben, dass sie gern hilft. Für Ingrid Steensen ist der Beruf Berufung. Sie sagt: „Einmal Lehrer, immer Lehrer.“

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erstellt am 26.Sep.2013 | 20:15 Uhr

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