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Uetersener Nachrichten

22. August 2017 | 11:42 Uhr

Resolution : Einig gegen den Gestank

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Wogen schlugen hoch während der jüngsten Gemeindevertretersitzung in der Gaststätte „Op de Deel“. Doch nicht untereinander stritten sich die Politiker. Sie demonstrierten Einigkeit. Gemeinderäte und Bürger sind sauer über die geplanten Modernisierungen des Abwasser-Zweckverbandes auf dem Klärwerksgelände.

Denn während der achtmonatigen Bauarbeiten werden Kläranlagen nicht abgedeckt sein, berichtete Oliver Schönfeldt (CDU), Vorsitzender des Sport-, Kultur- und Umweltausschusses von einem Bericht, den der Vorsteher der AZV-Verbandsversammlung, Roland Krügel, und Dr. Julia Weilbeer, Leiterin des Geschäftsbereich Produktion, während der jüngsten Sitzungen gab. Folge: Es dürfte im Dorf kräftig stinken. Der AZV will dem Problem bei Bedarf durch chemischen Mitteln Herr werden.

„Wir verstehen die Sorgen der Bürger und wollen Präsenz zeigen“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Alexandré Thomßen. Es ginge ihm darum, im Austausch Lösungen zu finden. „So werden wir am meisten erreichen.“

Der Fraktionssprecher der Freien Wahlgemeinschaft, Michael Rahn, verwies auf das Urteil des Oberverwaltungsgerichts, das einst die Familie Renders erstritt und nach dem die Klärbecken abgedeckt werden mussten: „Wir müssen die Geruchsbelastungen nicht hinnehmen.“ „Ich habe mit dem AZV schon einiges erlebt“, so Ralf Hübner (FW). So sei der Öffentlichkeit über die Gerüche durch defekte Wäscher jahrelang Unwahrheiten gesagt worden. „Ich befürchte, wir werden wieder belogen“, sagte er.

Die Freie Wahlgemeinschaft hatte mit einem Antrag das Thema auf die Tagesordnung gehievt. Am Tag der Sitzung schufen die beiden Fraktionsvorsitzenden einen gemeinsamen Antrag. „Etwas diplomatischer formuliert“ sei es jetzt, so Rahn.

Der zentrale Satz: „Die Gemeindevertretung erwartet, dass der Abwasser-Zweckverband Pinneberg alles technisch Machbare unternimmt, um eine Geruchsbelästigung der Hetlinger Bürger während der Umbauarbeiten der Vorklärung und des Sandfangs zu verhindern.“ Außerdem wurde auf Initiative der Christdemokraten aufgenommen, dass der AZV regelmäßig Bürger und politische Gremien zu informieren hat.

Ferner wollen die Hetlinger ihre Verwaltung recherchieren lassen, wer das Vorhaben genehmigt hat und möglicherweise mit welchen Auflagen. Denn an dem gesamten Genehmigungsverfahren war die Hetlinger Selbstverwaltung in keinster Weise beteiligt.

Bürger äußern ihren Unmut

„Auch der AZV muss sich was Immissionen und Emissionen betrifft an geltende Gesetze und Verordnungen halten“, steht für Helmut Gröne, ehemaliger SPD-Fraktionsvorsitzender und Gründervater der Freien Wahlgemeinschaft, fest. Für den früheren Wahlleiter des Dorfes, Wilhelm Duis, ist das Modernisierungsvorhaben schlicht „der Super-GAU“ für die Hetlinger. Er erinnerte daran, dass die dann nicht mehr abgedeckten Becken den meisten Gestank verursachten, als es noch keine Einhausungen auf dem Klärwerksgelände gab.

Die Informationspolitik des AZV kritisiert Anke Gröne, stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Holm/Hetlingen: „Vor Ostern werden wir informiert und nach Ostern beginnen die Arbeiten.“ Tatsächlich hatten die Klärwerker im Juli 2014 im „Hetlinger Boten“ bereits auf ihr Vorhaben aufmerksam gemacht, das für die Bürger wichtige Detail jedoch verschwiegen. (tp)

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erstellt am 13.Mär.2015 | 21:12 Uhr

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