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Einfach da sein – Hilfe und Verständnis für die Adivasi

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

In den frühen 1970er Jahren ging die in Hamburg ausgebildete Krankenschwester Annemarie Gieselbusch als junge Frau nach Indien, um dort Menschen zu helfen. Sie blieb zwölf Jahre, arbeitete anfangs in einem Krankenhaus und ging dann in die Berge Orissas, um den Ureinwohnern, den Adivasi, medizinische Hilfe zukommen zu lassen.

Einfühlsam und die Mentalität und Kultur der Adivasi beachtend, baute die Christin ein Netzwerk an Gesundheitshelfern auf. Liebevoll wurde Annemarie Gieselbusch von den Menschen, die Vertrauen zu ihr fassten und ihre medizinische Hilfe annahmen, „Nurse-Ma“ genannt. Und das noch heute. Denn seit ihrer Pensionierung ist die inzwischen 72-Jährige fast jedes Jahr für sechs Monate in Indien, lebt unter den Adivasi und leistet auf eigene Kosten medizinische und anderweitige Hilfe.

Auf Einladung des Frauenkreises der Kirchengemeinde war Annemarie Gieselbusch nun nach Tornesch gekommen, um von ihren Erlebnissen und Erfahrungen zu erzählen. Zudem sahen die etwa 40 Interessierten, die im Kirchenzentrum zusammengekommen waren, den Film „Nurse-Ma – ein Leben mit den Adivasi“ und kamen darüber mit Annemarie Gieselbusch ins Gespräch über die für Europäer unvorstellbare Not, die komplizierten sozialen Verhältnisse unter den Adivasi und den Mut, sich den in jeder Hinsicht schwierigen Bedingungen zu stellen. Der 55-minütige Dokumentarfilm, der bereits in Berlin und Hamburg in Kinos gezeigt wurde, entstand 2009. Das Filmteam Conrad Veit, Axel Lischke und Matthias Krüger begleitete Annemarie Gieselbusch vier Wochen lang bei einem Aufenthalt bei den Adivasi und ging mit ihr noch einmal in das Krankenhaus Nowrangpur, in dem sie in den 1970er Jahren arbeitete.

„Was wir in dem Film gesehen haben, hat uns sehr beeindruckt. Danke, dass wir teilhaben durften“, fasste Dorothee Wiens, Leiterin des Frauenkreises, zusammen. Auch ihr Buch „Einfach nur da sein“ hatte Annemarie Gieselbusch mitgebracht. Von den 5 Euro Kaufpreis fließen 2,50 Euro in ein Schulprojekt für Adivasi-Kinder, das von der Kirche Nordelbien unterstützt wird.

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erstellt am 25.Apr.2012 | 20:42 Uhr

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