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Uetersener Nachrichten

18. Dezember 2017 | 21:37 Uhr

ToAll-Abend : Eineinhalb Soprane

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Eineinhalb Soprane“ hieß das Programm, zu dem der rührige Kulturveranstalter Tornescher Allerlei (ToAll) geladen hatte – doch es waren glücklicherweise zwei ansehnliche und ganz und gar vollkommene Sängerinnen, die eine Sopran, die andere stimmlich noch eine halbe Stufe tiefer, also Mezzosopran - und mit wunderschönen Arien aufwarteten.

shz.de von
erstellt am 27.Feb.2012 | 22:28 Uhr

Die beiden gehören zum Hamburger Musiktheater „MusicaPortabile“, das als „transportable“ Bühne jetzt bereits zum dritten Mal im Tornescher POMM91 zu Gast war. Und dieses Mal mit einem Kaleidoskop an großen Opernarien, die die Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin Julia Fabian geschickt mit einer kleinen, lustigen und informativen Rahmenhandlung ausstattet und verbindet. Nicht nur solide Stimmen, sondern auch eine opulente Ausstattung hatten die beiden Sängerinnen Feline Knabe, Mezzosopran, und Jenifer Rödel, Sopran, mitgebracht.

So schlicht wie das Bühnenbild, ein paar Grastapetenbahnen, an die mit Wäscheklammern nach und nach die Konterfeis der jeweiligen Komponisten geklammert wurden, so opulent waren die Roben der Sängerinnen. Besonders punktete da die bildschöne Blondine Feline Knabe, die außer diesem herben Timbre des Mezzosoprans von einem Auftritt zum anderen sich auch noch in der Wahl der Kleider steigerte. Vom jungen Herren in Händels Oper „Serse“ schlüpfte sie in sportlicher Schnelligkeit – kein Wunder, sie ist im Nebenberuf Pilates-Trainerin – in das schillernde lange Kleid für das Duett aus den „Lustigen Weibern von Windsor“ bis hin zur lustvoll verführerischen Carmen im knatschroten, eng anliegenden Traumkleid und wahrhaft glamourösen High-Heel Sandalen in gleicher Farbe. Die Arien aus „Carmen“ waren die Glanzstücke der schönen Mezzosopranistin, das besondere Timbre und die schauspielerische Leistung überzeugten auch ein begeistertes Publikum. Aber auch Jennifer Rödel hatte mit dem warmen, vollen Sopran und ihren vollendeten Koloraturen Arien, die ihr herausragend gelangen, so das immer wieder zu Tränen rührende „E'strano“ aus „La Traviata“ oder „Si, mi chiamano Mimi“ aus Puccinis „La Boheme“. Verdient war der große Applaus des Publikums, das dieses Mal an gemütlichen Vierertischen den Abend genoss, auf jeden Fall – auch für die Pianistin Antonina Rubtsova, die den Tornescher Blüthner-Flügel bereits zum dritten Mal beim MusicaPortabile zum Klingen brachte.

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