Theater : Eine unerbittliche Satire in Szene gesetzt

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Diese Parodie ist unerbittlich realistisch. Sie führt einem die Skurrilität manch ehrenamtlicher Bemühungen für eine bessere Welt gnadenlos vor Augen.

shz.de von
16. Februar 2015, 22:33 Uhr

Fünf sehr verschiedene Menschen treffen sich, um einen Informationsabend über ein Benefiz-Projekt in Afrika vorzubereiten. Sie wollen alle nur das Gute, zicken sich auf dem Weg dahin aber an, echauffieren sich über die Meinungen der anderen, schreien herum. Die Parodie erspart einem sogar nicht die unerträgliche Langatmigkeit eines detailverliebten Dia-Vortrags über das Projekt, eine Schule für Guinea-Bissau.

Nach vier Vorstellungen in Heist hat die Uetersener Hagebuttenbühne die Komödie „Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner“ nach Uetersen gebracht. Etwa 60 Besucher sahen sich das Stück in der Kleinen Stadthalle an. Zwei weitere Vorstellungen werden am Freitag, 20. Februar, und am Sonnabend, 21. Februar, jeweils ab 19.30 Uhr folgen.

„Mit dem Stück beschreiten wir eine Gratwanderung“, sagte Regieassistentin Dagmar Clausen. Regisseur und Darsteller Oliver Rühmkorf betonte: „Es ist eine richtige Satire. Sie ist bissig. Man fühlt sich ertappt.“

Am Ende soll der Besucher aber befreit entlassen werden, verspricht Clausen. Dass die Hagebutten bei aller Scharfzüngigkeit die Ernsthaftigkeit des Themas nicht aus dem Blick verloren haben, zeigt die Sammeldose am Ausgang. Die Zuschauer können sich entscheiden, ob sie die Schule in Guinea-Bissau tatsächlich mit einer Spende unterstützen wollen. „www.eineschulefuerbissau.de“.

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