zur Navigation springen

Maifeuer in Haselau : Eine Tradition wird in Ehren gehalten

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Mehr als 1200 Besucher kommen zu der Maiveranstaltung nach Haselau. Besorgte Elbeschiffer alarmieren die Feuerwehr.

shz.de von
erstellt am 09.Mai.2016 | 16:00 Uhr

Haselau |  Da staunten die Mitglieder der Landjugend Hohenhorst und die ersten der im Laufe des Abends mehr als 1200 Besucher des traditionellen Maifeuers in Hohenhorst nicht schlecht: Kaum hatten einige Helfer pünktlich um 18.30 Uhr ihr riesiges Maifeuer an der Deekenhörn in Haselau am vergangenen Sonnabend fachgerecht mit dem Anzünden rund um den etwa 1200 Kubikmeter großen Buschwerkhaufen entfacht, kam mit Blaulicht die Freiwillige Feuerwehr aus Haseldorf über den Deich angefahren. Sie hatten von Schippern auf der Elbe einen Anruf über eine ungewöhnlich große und dichte Rauchentwicklung am Deich erhalten. Obwohl die Feuerwehrleute aus Haseldorf ahnten, dass es sich dabei um das Maifeuer an der Deekenhörn handeln würde,  waren sie − wie bei jedem Notruf − ausgerückt, um der Sicherheit Gewähr zu leisten.

Nach einem kurzen Austausch mit der Landjugend und den Feuerwehrleuten aus Haselau, unter deren Schutz das Maifeuer traditionell steht, konnten die Kollegen ihren Einsatz beenden. Die Qualmentwicklung des Maifeuers war allerdings in diesem Jahr tatsächlich besonders stark. Durch die lange Regenzeit war der von etwa 30 Freiwilligen der Landjugend aufgestapelte Gestrüpp-Haufen innen nass und dichter Rauch zog in Richtung Elbe.

In diesem Jahr war die Landjugend im Dienste der Einwohner der Gemeinden der Haseldorfer Marsch sogar an fünf Wochenenden mit drei Treckern und Anhängern unterwegs, um mit mehr als 60 Wagenladungen Gehölze, Zweige, Obstschnitt und Buschwerk einzusammeln. Ihre Mühe wurde wieder mit einem der größten Feuer in der Region entlohnt und als im Flammenmeer die obligatorische Strohpuppe verbrannte, konnte die Landjugend Hohenhorst stolz sein, dass auch sie mit ihrem Frühjahrsfeuer den Winter und die bösen Geister vertrieben hatte.

Entscheidung: Aus Oster- wird Maifeuer

Die jungen Leute hatten sich vor sechs Jahren entschieden, das sonst übliche Osterfeuer auf Grund von mehr Zulauf und besseren Wetters in den Mai zu verlegen. Über die uralte Tradition der Osterfeuer entlang der Elbe wusste auch der Haselauer Obstbauer Wilfried Plüschau zu berichten. Er erzählte, dass in den Jahren bis zum neuen Deichbau nach der Sturmflut 1976 die Feuer noch auf dem alten Deich aufgebaut wurden. Schwierig sei es damals für die Kinder der siebten und achten Klassen gewesen, das Brennmaterial zu besorgen, da die Marschbewohner alle noch mit Holz heizten. Sie waren dann mit Booten zur Elbinsel Drommel gerudert und hatten dort die bei der Weidenernte abgesägten, vertrockneten Spitzen der Weiden eingesammelt.

Seit ihrer Gründung 1963 ist die Landjugend Hohenhorst für die Feuer zuständig und bis heute halten die folgenden Generationen die Tradition, mit Jung und Alt gemeinsam zu feiern, in Ehren. Das war auch in diesem Jahr nicht anders und neben spielenden Kindern standen klönend die Erwachsenen an den zwei Getränke- und Bierwagen oder am Grillstand und Waffelwagen. Im Laufe des lauen Frühlingsabends, der um 2.30 Uhr offiziell endete, amüsierten sich zusehends auch Jugendliche. Neben der Freiwilligen Feuerwehr  Haselau garantierten Helfer vom  DRK und die Security für einen friedlichen Ablauf des gelungenen Maifeuerfestes.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen