Zeremonie : Eine Taufe zwischen Sonnenanbetern

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In den vergangenen drei Jahren war es vor allem die bange Frage, ob das Wetter halten würde, mit der sich die Pastoren vor dem Taufgottesdienst am Oberglinder Freibadsee beschäftigten.

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05. Juli 2015, 19:38 Uhr

In diesem Jahr war es ganz anders und die Herausforderung für die beiden Geistlichen Vivian Reimann-Clausen (Kirchengemeinde Moorrege-Heist) und Frank Schüler (Kirchengemeinde Appen) deutlich größer: Bei Gluthitze war der beliebte Badesee am Sonnabend überfüllt, und der Gottesdienst fand zwischen ausgelegten Badelaken und spielenden Kindern statt. Pastorin und Pastor waren um ihre Aufgabe nicht zu beneiden. In ihrer liturgischen Kleidung, dem schwarzen Talar, dürfte es warm gewesen sein, die Gottesdienstbesucher hatten ebenfalls mit der Hitze zu kämpfen und fächelten sich beständig Luft zu, vor dem und rund um den Altar aalten sich die Badegäste im Sand. Und dann waren da noch die vielen Kinder mit ihren Wassertieren und Spritzpistolen ...

Bereits am Morgen hatten die Helfer den Aufbau erledigt, hatten Zelte und den provisorischen Altar aufgestellt. Als sie am Nachmittag zurückkehrten, um die letzten Vorbereitungen abzuschließen, hatten die Freibadbesucher auch diesen Platz belegt, rückten dann aber bereitwillig ein Stück weiter. Vivian Reimann-Clausen und Frank Schüler behielten dabei die Ruhe, begleiteten ihre elf Täuflinge, darunter auch drei Erwachsene und fünf ältere Kinder, gewohnt zugewandt durch die Zeremonie, die ihren Höhepunkt in der Taufe im See fand. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand ein westafrikanisches Gedicht, in dem es heißt: „Ich werfe meine Freude wie Vögel in den Himmel“.

Ein starkes Bild, wie Vivian Reimann-Clausen dem Urheber bescheinigte. „Der Vogel stellt die Verbindung her zwischen Gott im Himmel und uns Menschen auf der Erde“, sagte die Moorreger Pastorin. Die Freude der Menschen, etwa über die Geburt eines Kindes, habe ihr Gegenüber „in Gott selbst“. Als Symbol für die Verbindung zwischen den Menschen und Gott schickten die Pastoren für jeden Täufling zwei Luftballons in die Luft, versehen mit einem Zettel, auf dem die Paten gute Wünsche notiert hatten (kl. Foto: Ellersiek). Musikalisch begleitet wurde das Tauffest von den Sängerinnen und Sängern des Chores Voice & Spirit unter der Leitung von Catrin Jacobsen sowie dem Moorreger Kirchenmusiker Mitsuhiro Ikenoya. Auch ihre Aufgabe war keine leichte, denn das Keyboard stand in der prallen Sonne, was vor allem Catrin Jacobsen zu schaffen machte.

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