Eine Schwebebahn für Uetersen

Der vierjährige Bennet und seine Mutter Sabrina Polkehn freuten sich über eine Aufmerksamkeit vom Nikolaus.
Der vierjährige Bennet und seine Mutter Sabrina Polkehn freuten sich über eine Aufmerksamkeit vom Nikolaus.

Fahrtag Besucher bestaunten Modelleisenbahnen und testeten einstige Schienengefährte auf dem Ostbahnhof

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13. Dezember 2017, 16:18 Uhr

Die Eisenbahnfreunde Uetersen-Tornesch öffneten ihr Vereinsheim mit zwei aufwändig gestalteten Eisenbahnmodellen am Fahrtag für Publikum. Draußen, auf dem Bahnhofsgelände, durften die Gäste mit der Feldbahn, der Motor- und der Handdraisine gleich drei historische Schienenfahrzeuge ausprobieren.

Eines der Modelle im Vereinsheim der Eisenbahnfreunde zeigt eine historische Begebenheit. „Es handelt sich um die Strecke zwischen Uetersen und Tornesch, als es noch Personenverkehr gab“, erklärte Vorsitzender Ingo Vagt. Luk Nonnenmacher (14) aus der Jugendabteilung steuerte hier die Züge. Wie die Beförderung von Fahrgästen zwischen den beiden Städten künftig gestaltet sein könnte, dazu hat Modellbauer Hans Jürgen Schütt einen Vorschlag erarbeitet, denn er hatte „eine fantastische Nachtidee“, so Schütt. Eine Schwebebahn könnte die Orte verbinden, damit seien Verkehrsbehinderungen, Staus an Straßenquerungen und Lärmbelästigungen hinfällig, schmunzelte er, und damit alle Probleme der Politik gelöst. In drei Basteltagen hat er seine Eingebung in einem Modell verewigt.

Auch an der neuen Digital-Modellanlage drängelten sich die Gäste, Männergesichter bekamen begeisterte, jungenhafte Züge. „Mittels einer App auf dem Handy steuert man hier die Digitallok“, erläuterte Eisenbahnfreund Martin Riedel. „Die Digitalsteuerung lockt Jugendliche an, und so hat unser Verein keine Nachwuchsprobleme“, freute sich Vagt.

Beim Fahrtag, organisiert von Rainer Cord, war natürlich auch für das leibliche Wohl gesorgt. Im als Speisewagen gestalteten Kantinenraum gab es selbstgebackene Kuchen und frische Waffeln. Auch der Nikolaus persönlich, der sich inzwischen vom Nikolaustag erholt hatte, war anwesend und verteilte „Schokoladeneisenbahnen zum Aufessen“. Auf dem Außengelände war die kleine Feldbahn in Betrieb. „Dieses Transportsystem war früher im Einsatz, um Erde, Torf und Holz zu transportieren“, erklärte Eisenbahner Thomas Schultz. Im Gegensatz zu Normschienen, die eine Breite von 1435 Millimetern aufweisen, benutzt die Feldbahn Schienen mit einer Spannweite von lediglich 600 Millimetern. Damit das historische System noch fahren kann, ist auf dem Ostbahnhofsgelände extra eine 70 Meter lange Schienenrunde verlegt worden. Eine Plastikschüssel voll Sand auf der Antriebslok zeugt davon, wie man sich früher beholfen hat. „Den Sand kann man bei Anfahrtsschwierigkeiten auf die Schienen streuen“, so Schultz.


Aus 1000 Stück wurden weniger als zehn

Außerdem im Einsatz war die Motordraisine „Klv 12“. Dieses „Rottenfahrzeug“ transportierte in den 1950er Jahren die Arbeiter zu ihrem Einsatz. Um die 1000 Stück hat es davon einst gegeben, doch heute sind es nur noch weniger als zehn, die allesamt von Vereinen betrieben werden. „Sie sind technisch nicht so ausgerüstet, dass sie im öffentlichen Schienennetz fahren könnten“, erläuterte der Vorsitzende. Doch wie es sich angefühlt hat, damit unterwegs zu sein, durften die Besucher ausprobieren, denn die Eisenbahnfreunde gingen mit ihnen auf Probefahrt. Und auch auf der herkömmlichen Draisine durften die Gäste sich mit ihrer eigenen Muskelkraft auf dem Bahnhofsgelände fortbewegen.
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