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Uetersener Nachrichten

16. Dezember 2017 | 14:18 Uhr

Eine Schneiderin, eine Maschine und die Bibel

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

170 Waisenkinder in Tansania leben von dem Geld, das Menschen im Kreis Pinneberg spenden. Bei einer Reise im Januar besuchten die Holmer Pastorin Susanne Schmidtpott, ihr Vorgänger Rolf Wassermann und Sabine Zeuner aus Schenefeld die Jungen und Mädchen.

shz.de von
erstellt am 19.Mär.2013 | 21:34 Uhr

„Ich bin mit sehr gemischten Gefühlen hingefahren, aber es war toll“, sagte Schmidtpott am Freitag im Gemeindezentrum der Holmer Kirche. Fast 40 Besucher hörten ihrem Reisebericht zu.

Die Kirchen Wedel, Holm und Schenefeld unterhalten eine Partnerschaft zum Kirchenkreis Lupila im Südwesten Tansanias, die eine 30-jährige Geschichte hat. Wassermann arbeitete dort einst als Missionar. Inzwischen pflegt ein engagiertes Team aus Mitgliedern der drei Gemeinden den Kontakt, teilt sich die damit verbundenen Aufgaben. Sie unterstützen nicht nur die Kinder, sondern auch den Bau von Kirchen, Schulen und einem Kindergarten. Alle zwei Jahre besucht eine Abordnung die Gemeinden persönlich, überzeugt sich von den Fortschritten, hilft, wo Hilfe gebraucht wird.

Höhepunkte: Bei einem Gottesdienst zur Einweihung eines Kirchenanbaus in dem Dorf Ipepo hielt Wassermann die Predigt. Als der Staat in Lupila einen öffentlichen Wasserhahn in Betrieb nahm, interviewten Zeitungsjournalisten, aber auch solche von Fernseh- und Radiosendern den Geistlichen. Er hatte die erste Leitung gelegt. Als gute Investition des Tansania-Teams erwies sich der Kauf einer Maisschälmaschine für die Gemeinde von Ipepo vor einem Jahr. „Sie bringt Erträge. Aus der ganzen Gegend bringen Leute ihren Mais dorthin“, berichtete Wassermann. Inzwischen erwarb die Kirche zusätzlich eine Maismühle.

Schmidtpott freute sich über die Begegnung mit ihrem Patenkind Margret. Zehn Jahre lang hatte sie das Mädchen unterstützt. „Sie ist jetzt eine ausgebildete Schneiderin“, so die Pastorin stolz.

Doch gab es auch Grund zur Sorge: An den Schulen von Ipepo leben 73 Mädchen in einem unfertigen Schlafhaus. Fenster und Beleuchtung fehlen. Manch eine Schülerin halte es nicht aus.

Darin werden kulturelle Unterschiede deutlich, angesichts derer Wassermann betonte: Die Partnerschaft lebe nicht nur in der Förderung der staatlichen Infrastruktur und der Kirchenprojekte. Für den Kontakt sei der gemeinsam gefeierte Gottesdienst unerlässlich. „Es ist schwer sich zu begegnen, es sei denn, man hat ein Gelände, das man von beiden Seiten als Fremde betritt: die Bibel“, sagte der Pastor. Zurzeit sucht das Team händeringend einen Kassenwart. Ohne den stehe nicht nur das Patensystem, sondern die Entwicklung der Region auf der Kippe. Denn nur die Infrastrukturprojekte und die Patenschaften brächten Geld in diesen Landstrich. Weitere Informationen unter:

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