Zwischenmenschliches Miteinander : Eine Privatschule für Moorrege?

Privatschulen liegen voll im Trend und vielleicht folgt man diesem bald auch in Moorrege. Eine Grundschule soll in dem Dorf entstehen, an die in einem zweiten Schritt ein Kindergarten angegliedert wird. Während der jüngsten Gemeindevertretersitzung diskutierten die Politiker erstmals über die Idee (lesen Sie dazu auch den untenstehenden Artikel).

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05. Februar 2013, 21:37 Uhr

Zwei im Dorf bekannte Pädagogen wollen die Privatschule unter dem Motto „MMeine Schule“ schaffen. Dörte Müller ist seit 13 Jahren Lehrerin an der Grundschule. Frauke Müller – die beiden sind übrigens nicht miteinander verwandt – hat eine Krabbelstube und eine Elternschule geleitet. Die Moorregerin arbeitet in der Elternberatung und hat sich in der Grundschule im Rahmen des Projekts „Jung trifft Alt“ engagiert.

Dörte Müller betont, dass sich das Projekt noch im Genehmigungsverfahren befindet. Verläuft das positiv, soll nach den Sommerferien 2014 begonnen werden.

An Erich Fromm, einem der wichtigsten Psychoanalytiker des 20. Jahrhunderts, lehnen sich die Gründer an. „Wir sehen unsere Aufgabe nicht allein in der Vermittlung von Wissen, sondern auch in der Vermittlung des zwischenmenschlichen Miteinanders“, erklären sie. Für die Schüler soll deswegen gelten: „Selbstbestimmung bei allem, was mich angeht, Mitbestimmung bei allem, was alle angeht“. Arbeitsschwerpunkte sind soziale Erziehung sowie das Vermitteln von emotionaler und sozialer Intelligenz. Kinder mit „emotionalem Förderbedarf“ wollen Dörte und Frauke Müller besondere Aufmerksamkeit schenken. Die Mädchen und Jungen sollen in der Privatschule jahrgangsübergreifend lernen. Die Pädagoginnen setzen auf offenen Unterricht. Es soll ein Mittagessen, Ruhezeiten, Hausaufgabenbetreuung und Arbeitsgemeinschaften geben. Geplant ist ein Ganztagsschulbetrieb.

Wo der stattfinden wird, ist allerdings noch unklar. Die Initiatorinnen befinden sich auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück in Moorrege. Zwei Klassenzimmer sollen entstehen, 520 Quadratmeter werden benötigt. Anbauten für weitere Klassenräume und den Kindergarten – es wäre der vierte in Moorrege – müssen möglich sein. Die Aufnahme eines Schülers soll 750 Euro kosten. Das Schulgeld beträgt monatlich 150 Euro, zuzüglich eines Betreuungsgeldes von 140 Euro.

Für die private Grundschule wurde eine gemeinnützige Unternehmergesellschaft (gUG) gegründet. Unterstützer gibt es mit Rainer und Regina Franke bereits, die unter dem Titel „Frank2“ eine Akademie auf Mallorca betreiben. Auf der Website der Initiative werden schon Lernbegleiter und Lernberater mit zweitem Staatsexamen gesucht. www.mmeineschule.de

Informationen für Politiker Ob er etwas über die geplante Privatschule wisse, wollte Jörg Schneider (Bündnis 90/Die Grünen) während der jüngsten Gemeindevertretung in Moorrege von Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg wissen. Die Gemeinde – und er wies in die Runde der Gemeindevertreter – sei bisher nicht über das Vorhaben informiert worden, sagte der Christdemokrat. Das irritierte den SPD-Fraktionsvorsitzenden Uwe Mahnke, denn auf der Website der Initiatorinnen wird von einem Gespräch im Mai des vergangenen Jahres mit Gemeindevertretern berichtet. Mit den Sozialdemokraten habe da aber niemand gesprochen. Weinberg entgegnete: „Da noch nichts genehmigt ist, kann man nichts sagen.“ (tp)

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