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Sommerinterview : Eine Kommune ist wie ein Unternehmen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

In unregelmäßiger Folge stellen die Bürgermeister der Umgebung im Rahmen eines Sommerinterviews ihre Ziele und Wünsche für die Zukunft ihrer Gemeinden vor. Karl-Heinz Weinberg ist der vierte Bürgermeister seit 1945, der die Geschicke der rund 4300 Einwohner zählenden Gemeinde Moorrege lenkt. Seine Vorbilder sind Konrad Adenauer und Ludwig Erhard. Wenn Weinberg sein Büro im Moorreger Amtshaus betritt, fällt sein Blick zuerst auf Schwarz-Weiß-Fotografien der beiden CDU-Politiker. Wie sie mag er „klare Kante“. Einer seiner Leitsätze lautet: „Eine Kommune ist quasi ein Unternehmen – und muss so geführt werden“. „In der Ruhe liegt die Kraft“ und „Schwierige Entscheidungen werden einmal überschlafen“, lauten zwei weitere.

UeNa: Welche Themen liegen aktuell in Moorrege an?

Karl-Heinz Weinberg: Eine moderate bauliche Entwicklung. Der Heidreger Ring ist fertig. Hier ist eine Topanlage entstanden mit 60 Häusern und 100 Neubürgern. Durch einen Wanderweg ist das ganze Gebiet gut vernetzt, zu Fuß oder mit dem Rad sind der REWE-Markt oder die Apotheke gut zu erreichen. An der Straße Am Häg entstehen 42 weitere Wohneinheiten – Einzel- und Doppelhäuser. Baubeginn ist noch im August. Ende des Jahres wird schon einiges zu sehen sein. Wir streben eine gute Mischung der Altersstruktur an. Junge Familien mit Kindern sichern unsere Schul- und Kindergarten-Standorte.

Moorrege liegt zentral. Wir haben Platz ohne Ende. Aber wir planen überschaubar. Wir wollen unseren dörflichen Charakter behalten: Einzelhäuser, gepflegte Anlagen. Dadurch erreichen wir eine gute Bürgerstruktur, die Leute sind in Lohn und Brot und zahlen Einkommensteuer. Das spürt die Gemeinde. Eine Kommune ist quasi ein Unternehmen – und muss auch so geführt werden. Das haben schon meine drei Vorgänger so gehalten.

UeNa: Die neue Förderperiode der AktivRegion Pinneberger March & Geest ist angelaufen. Plant Moorrege einen Antrag zu stellen?

Weinberg: Die Küche für die Grundschule haben wir für eine Bezuschussung bei der AktivRegion angemeldet. Mal sehen, ob die Förderung zum Tragen kommt. Die AktivRegion arbeitet viel zu bürokratisch. Die Abwicklung ist inakzeptabel. Das müsste alles flüssiger und schlanker ablaufen. Aber es ist so: Wer fremdes Geld verwendet, muss Mitspracherechte einräumen. Das ist nicht mein Ding. Wir verfolgen das als Gemeinde und entscheiden dann.

UeNa: Wie ist die derzeitige Situation von Flüchtlingen in der Gemeinde?

Weinberg: Wir bekommen unsere Flüchtlinge vom Amt Moorrege zugewiesen. In Moorrege leben rund 30 Flüchtlinge in drei Häusern an der Wedeler Chaussee. Sie werden gut betreut. Es gibt keinen Ärger. Im Gegenteil: Es läuft wunderbar. An jedem zweiten Donnerstag im Monat laden die Kirche, die AWO und der Sozialausschuss der Gemeinde in ein Flüchtlingscafé in der Begegnungsstätte „An`n Himmelsbarg“ ein.

UeNa: Wo soll die Gemeinde Moorrege in fünf bis zehn Jahren stehen?

Weinberg: Wir brauchen eine zukunftsfähige Infrastruktur und sind gut davor. Wir planen am Rondell vor dem REWE-Markt ein Ärztehaus mit einem praktischen Arzt und einem Zahnarzt sowie neun Wohneinheiten. Das bestehende Haus wird abgerissen. Die Vertragsunterzeichnung mit einem Investor steht kurz bevor. Ein weiteres Thema ist das „Betreute Wohnen“. Das wird von meinen Bürgern gefordert. Wir sind da im Gespräch. Angedacht sind Wohnungen in zentraler Lage. REWE-Markt, Apotheke, Café und Ärztehaus sollen gut erreichbar sein. So sind wir zukunftsfähig aufgestellt.

Wichtig ist ferner ein Grundschulanbau mit Küche für die immer größer werdende Betreuungsklasse. Die Gemeinschaftsschule wird laut Beschluss des Schulzweckverbands, zu dem neben Moorrege auch die Gemeinden Holm, Haselau, Haseldorf und Heist zählen, auf einen Ganztagsbetrieb ausgerichtet und ausgebaut. Die Arbeiten gehen im Oktober los. Danach geht es mit der Betonsanierung und der Sanierung der Klassenräume weiter. Immer Stück für Stück. Dann haben wir ein tolles Schulgebäude - tolle Lehrer haben wir ja schon.

UeNa: Wo ist Ihr persönlicher Lieblingsplatz in Moorrege?

Weinberg: Mein Lieblingsplatz ist am Angelgewässer hinter dem Freibad.

UeNa: Was macht den Charme, die Besonderheit von Moorrege aus?

Weinberg: Meine Bürger, sie machen den Charme der Gemeinde aus. Hier leben so viele liebe, nette Menschen, es macht viel Spaß hier zu arbeiten.

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erstellt am 10.Aug.2015 | 21:13 Uhr

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