Sprachcafé : Eine gelungene Willkommenskultur

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Zehn ehrenamtliche Sprachpaten und 15 Asylsuchende und Migranten hatten sich zum ersten Treffen im neuen Jahr nach den Weihnachtsferien im Stadtteilbüro an der Pommernstraße 99 eingefunden. Dort sind jeden Freitag von 15.30 bis 17 Uhr die Türen für alle geöffnet, die den interkulturellen Dialog pflegen möchten. Die Ehrenamtlichen, die dazu beitragen möchten, dass sich in Tornesch und Uetersen lebende Asylbewerber und Migranten willkommen fühlen und die zumeist aus Afghanistan, dem Iran, Irak und Syrien stammenden Asylbewerber haben ihrem Sprachcafé den Namen „Come TO gether“ gegeben. TO steht natürlich für Tornesch.

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13. Januar 2015, 21:35 Uhr

In lockerer Runde wird meist in englischer, aber auch in deutscher Sprache über alles gesprochen, was die Asylbewerber bewegt. Als unterstützender Dolmetscher steht Mahdi Habibpur zur Verfügung. Der 33-Jährige stammt aus dem Iran, lebt seit acht Jahren in Deutschland, ist Frauenfußball-Trainer im Tornescher FC Union und unterstützt die Tornescher Mitarbeiter des Sozialamtes als Dolmetscher bei der Betreuung von Asylbewerbern. Das Tornescher Sozialamt betreut 240 Asylbewerber in Tornesch, Uetersen und in Gemeinden des Amtes Moorrege und Haseldorf. 70 Flüchtlinge, darunter 24 Kinder und Jugendliche, haben in Tornesch ein Zuhause gefunden.

Und viele von ihnen kommen regelmäßig in das Sprachcafé, das ehrenamtlich organisiert wird. Aber auch VHS-Leiterin Inga Pleines, die mit der 57 Jahre alten Tornescherin Brigitte Berger eine ehrenamtliche Organisatorin und Ansprechpartnerin für die Sprachpaten gefunden hat, schaut hin und wieder vorbei, denn etliche der Teilnehmer besuchen die Deutschkurse an der VHS Tornesch-Uetersen. Zur jüngsten Begegnung im Sprachcafé hatte sie Ludger Fischer, Leiter des Diakonievereins Migration Pinneberg, eingeladen. Er informierte die anwesenden Asylbewerber und Sprachpaten, die meist auch außerhalb der Treffen im Sprachcafé Kontakt zu einzelnen Asylbewerbern halten, über die Beratungs- und Betreuungsangebote des Diakonievereins Migration, der Beratungsstellen in Pinneberg, Uetersen, Elmshorn, Wedel, Halstenbek und Quickborn hat.

Ludger Fischer, dessen Ausführungen von Mahdi Habibpur übersetzt wurden, hatte Flyer mit den Adressen und Öffnungszeiten der Beratungsstellen mitgebracht und informierte, dass an allen Beratungsstellen pädagogische Fachkräfte eingesetzt sind, die über ausländer-, asyl- und sozialrechtliche Fachkenntnisse und zum Teil auch Fremdsprachenkenntnisse verfügen. „Wir ziehen auch Dolmetscher hinzu“, so Ludger Fischer. Zu den Schwerpunkten der Arbeit gehören: asylrechtliche Fragestellungen, Wohnungsfragen, Nachfrage nach Sprachkursen, aufenthaltsrechtliche Informationen.

Sprachpaten und Unterstützer weiterhin willkommen

Hilfe durch ehrenamtliches Engagement Tornesch (syk). Ansprechpartnerin für alle Ehrenamtlichen im Sprachcafé ist die 57 Jahre alte Tornescherin Brigitte Berger. Unterstützer bei der Organisation des Sprachcafés sind Sabiallah Tagebi und Ali Malakshahi, zwei Asylberwerber aus dem Iran, die in Uetersen wohnen. Sie und Brigitte Berger sind jeden Freitag von 15.30 bis 17.30 Uhr bei „Come TO gether“ anzutreffen. Die Treffen in lockerer Runde sind ohne Teilnahmeverpflichtung. Doch die meisten Sprachpaten und auch Asylbewerber kommen regelmäßig und bringen auch immer wieder neue Interessenten mit. So sind meist zwischen 30 und 40 Frauen, Männer und auch Kinder und Jugendliche vor Ort.

Zu Sprachpaten seit der interkulturellen Woche der VHS Tornesch-Uetersen im vergangenen Jahr, aus der das Sprachcafé „Come TO gether“ hervorgegangen ist, gehören Jörg und Inge Friedrich. Das Tornescher Ehepaar hat engen Kontakt zu zwei Flüchtlingsfamilien aufgebaut. Jörg und Inge Friedrich unterstützen die Familien im Alltag, kochen und backen mit ihnen, helfen den Erwachsenen bei den Hausaufgaben aus den Deutschkursen und sind für die Kinder und Jugendlichen der Familien enge Vertrauenspersonen geworden.

Und in ihrer Nachbarschaft haben Inge und Jörg Friedrich um Spachpaten und Unterstützer erfolgreich geworben. Zum jüngsten Treffen war ein junges Ehepaar mit ins Sprachcafé gekommen, den Auto-Kofferraum voller Spielzeug und Kinderkleidung. Wer Sprachpate werden möchte, kann sich auch an VHS-Leiterin Inga Pleines (401544) wenden.

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