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Haselauer Bürgermeister : Eine einsame Entscheidung

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Eine „einsame Entscheidung“ im Ringen um das Amt Haseldorf behält sich Rolf Herrmann (CDU) vor. Mit einer Enthaltung im Amtsausschuss könnte der Haselauer Bürgermeister einen zähen Streit beenden. Seine Gemeindevertretung unterstützt ihn darin nicht. In seiner Entscheidung ist er aber frei.

shz.de von
erstellt am 17.Feb.2016 | 18:24 Uhr

Seit Monaten verhandeln die Gemeinderäte von Haselau, Haseldorf und Hetlingen eine Frage: Sollen sie ihr Amt Haseldorf zum Jahresende auflösen und zum Amt Moorrege wechseln oder die Verwaltungsgemeinschaft mit Uetersen fortsetzen? Zu einem Patt im Amtsausschuss kam es im Dezember. Die beiden Hetlinger Vertreter und der Haseldorfer Bürgermeister Uwe Schölermann CDU) stimmten für den Schritt zum Amt Moorrege, die beiden Haselauer Mitglieder und Boris Steuer von der Haseldorfer SPD dagegen.

Mit Sorge blickt Herrmann auf die Sitzung am Dienstag, 23. Februar, während der sich dieses Ergebnis wiederholen könnte. In dem Fall würden Hetlingen und Haseldorf den Austritt aus dem Amt beim Innenminister beantragen, dessen Entscheidung nach Herrmanns Einschätzung bis Jahresende auf sich warten lassen könnte. Eine Tendenz deutete sich bereits in einem Gespräch mit dem Minister an: „Er hat deutlich mitgeteilt, dass es keinen Einzelweg gibt.“ Demnach ist es nicht möglich, dass Haselau die Zusammenarbeit mit Uetersen aufrecht erhält, während die anderen Dörfer ausscheren.

Herrmann ist sich sicher: Sollte der Minister den Fortbestand der Verwaltungsgemeinschaft verlangen, würden die Nachbarn Rechtsmittel dagegen einlegen. Eine Entscheidung darüber werde wohl ein weiteres Jahr in Anspruch nehmen. „Ich sehe es durchaus so, dass man den Verwaltungsmitarbeitern so eine lange Wartezeit schwerlich zumuten kann“, sagte Herrmann. Auch eine Einigkeit im Betrieb der gemeinsamen Schule, der Kita, der Betreuungsklasse und des Bauhofes kann sich Herrmann unter der Prämisse kaum noch vorstellen.

Die anderen Ratsmitglieder ließen sich von diesen Aussichten nicht schrecken. Gunter Küchler (Freie Wählergemeinschaft Haselau, FWH) sagte: „Eine Enthaltung in dieser Sache ist keine Meinung. Das fände ich nicht gut.“ Wilfried Plüschau (CDU) betonte: „Man muss das auch mal durchstehen.“ Harald Jürgs (FWH) ergänzte: „Ich habe erhebliche Bedenken, dass wir unsere Interessen im Amt Moorrege durchsetzen können.“ Rudolf Zilles (SPD) forderte den Bürgermeister auf, an der Verwaltungsgemeinschaft festzuhalten: „Lass es drauf ankommen.“

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