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Personalie : Eine E-Mail, die nie hätte abgeschickt werden dürfen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Über den Cäcilie-Bleeker-Park und die vom Baubetriebshof der Stadt entsorgten Grabsteine ist umfangreich berichtet worden. Zunächst sah es so aus, als ob es bei dem Hin und Her zwischen Verwaltung und Selbstverwaltung tatsächlich genau um diese Angelegenheit ging. Doch anscheinend geht es um mehr. Um einen persönlichen Kleinkrieg zwischen dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Andreas Stief und der Bürgermeisterin

shz.de von
erstellt am 14.Sep.2015 | 21:33 Uhr

Andrea Hansen ärgerte sich während der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses so sehr über den Christdemokraten, dass sie ihm, der die Sitzung als Vorsitzender leitete, vor versammelter Mannschaft mitteilte, dass er sich bei ihr gar nicht erst für den Posten eines Streitschlichters bewerben solle (wir berichteten). Sicherlich hat Andreas Stief das auch nicht vorgehabt, die Bürgermeisterin wollte damit zum Ausdruck bringen, dass man sie nicht ungestraft im Urlaub stören dürfe. Das aber war im Zusammenhang mit der eskalierenden Grabstein-Affäre wohl geschehen. Die Bürgermeisterin selbst hatte vor ihrem Urlaub die Dienstanweisung gegeben, dass sie in dieser Angelegenheit stets zu unterrichten sei und sie alle Entscheidungen treffen werde. So musste die Verwaltung immer wieder Rücksprache halten, als der CDU-Fraktionsvorsitzende hinsichtlich der Frage, ob die unter Verschluss gehaltene Angelegenheit der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden müsse oder nicht. Dass Andrea Hansen womöglich eine gewisse Freude daran empfindet, den Christdemokraten aus der Reserve zu locken, ergibt sich jetzt aus einer E-Mail, die das Rathaus am Wochenende verlassen hat.

Diese E-Mail enthält zunächst die Antworten auf die drei Fragen, die der Hauptausschuss zum Thema Grabsteinentfernung gestellt hatte. Mehrheitlich (CDU, Grüne, BfB) war ein entsprechender Beschluss gefasst worden.

Dann empfiehlt Andrea Hansen dem CDU-Fraktionsvorsitzenden, falls der sich die Unterlagen ansehen möchte, sich bei ihr im Büro einzufinden. Die E-Mail endet schließlich mit dem Satz: „Ist natürlich wieder ein Frontalangriff, aber den willst Du ja vermutlich.“ Bürgermeisterin und Hauptausschussvorsitzender sagen „Sie“ zueinander. Also ist Stief nicht gemeint.

Vielmehr ist vor dem Versenden der E-Mail ganz offensichtlich vergessen worden, den Satz zu entfernen. Wenig später wurde vom Rathaus eine zweite E-Mail abgeschickt, die den Schlusssatz nicht enthielt.

Den letzten Satz schreibt also der Verfasser der E-Mail, der ganz offensichtlich weiß, dass es der Bürgermeisterin wohl gefällt, den CDU-Fraktionsvorsitzenden zu provozieren. Inzwischen hat sich der Erste Stadtrat, Andreas Faust, zu Wort gemeldet.

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