Ehrung : „Eine durchaus mutige Tat“

Eigentlich wollte Hellmut Rau an jenem kalten Februartag nur einen kurzen Abendspaziergang entlang der Mosel unternehmen, bevor es wieder zurück ins Hotel gehen sollte.

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13. März 2014, 17:46 Uhr

Aus dem Spaziergang wurde allerdings eine wohl Leben rettende Aktion, denn als der 61-jährige Ingenieur, der beruflich in Koblenz war, den Weg entlang ging, wurde er von einer Frau zu Hilfe gerufen, die gerade dabei war, einen offenbar Lebensmüden, der im Begriff war, sich von der Mauer in die drei Meter tiefer fließende und eiskalte Mosel zu stürzen, verzweifelt versuchte von seinem Vorhaben abzubringen. Hellmut Rau fackelte nicht lange, schlug sich durchs Dickicht und zog den sich wehrenden Mann vom Ufer auf den Weg, während er den um sich schlagenden Mann gemeinsam mit der Joggerin festhielt, verständigte Rau die Polizei. Der um die 40 Jahre alte Mann hatte Alkohol getrunken und bekräftigte mehrfach, während Rau und die Joggerin ihn festhielten, dass es doch „alles keinen Sinn“ habe. Acht Minuten dauerte es, bis die Polizei vor Ort war. „Diese acht Minuten kamen mir vor wie eine Ewigkeit“, so der Pinneberger. Doch dann trafen Polizei und Rettungswagen ein und übernahmen die Situation.

Polizeidirektor Frank Matthiesen, der Rau nun eine Urkunde sowie ein Geschenk im Namen der Polizeidirektion Koblenz überreichte, sagte: „Ohne diese Hilfe hätte die Frau es schon körperlich nicht geschafft, den Mann davon abzuhalten, ins eisige Wasser zu springen, was bei diesen Wassertemperaturen mit hoher Sicherheit zum Tode geführt hätte. Und das ist genau das, was die Polizei sich immer wünscht: Menschen, die sich aus eigenem Antrieb einmischen, wenn sie das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt. Was Herr Rau getan hat, war auch durchaus sehr mutig, denn nicht jeder würde sich trauen, einen um sich schlagenden Lebensmüden mit körperlicher Gewalt von seinem Vorhaben abzubringen?“

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