zur Navigation springen
Uetersener Nachrichten

19. August 2017 | 15:36 Uhr

Gartenbau : Eine Branche unter Druck

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Mindestlohn, die starke Konkurrenz durch die Discounter und ein Rückgang der Nachfrage nach Gehölzen hat die Baumschulwirtschaft im Kreis Pinneberg in den vergangenen Monaten kräftig unter Druck gesetzt. Schon vor einem Jahr hatte Frank Schoppa, Geschäftsführer des Landesverbandes des Bundes deutscher Baumschulen (BdB), eine stärkere regionale Ausrichtung der Branche gefordert. Nun scheint es erste Zeichen einer Entspannung zu geben.

„Die Talsohle ist bei der öffentlichen Nachfrage nach Gehölzen wohl durchschritten“, sagte Axel Huckfeldt, Vorsitzender des BdB-Landesverbandes während der jüngsten Mitgliederversammlung im Ellerhooper Gartenbauzentrum. Zwar sei die wirtschaftliche Lage nach wie vor angespannt, aber es gebe Hoffnung. „Das sollte die Baumschuler ermuntern, weiter hart an der Wirtschaftlichkeit ihrer Betriebe zu arbeiten“, so Huckfeldt.

Gleichzeitig setzt der BdB auf regional erzeugte Produkte als Marke. An einem entsprechenden Ausbau regionaler Wertschöpfungsketten im Gartenbau und Baumschulwesen arbeitet eine Projektgruppe, für die für 2017 geplante Umsetzung sollen Fördergelder beantragt werden. „Die Wertschätzung für unsere Produkte fördert die regionale Produktion und das Wohlbefinden der Menschen“, sagte Andreas Lohff, Präsident der Landesgruppe Schleswig-Holstein im Gartenbauverband Nord (GVN), der beim Verbraucher eine besondere Verantwortung sieht. Um den Nutzen und den Wert von Blumen und Pflanzen im Denken und Handeln schon ganz junger Menschen stärker zu verankern, setzt sich Lohff für die Einführung eines Unterrichtsfachs „Schulgarten“ an den allgemeinbildenden Schulen ein.

Eine stärkere Identifizierung mit regionalen Erzeugnissen im Gartenbau ist nur eines der Projekte, die im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) konzipiert und umgesetzt werden sollen. Bis 2020 werden Innovationen gefördert, die besonders nachhaltig in Bezug auf Ökonomie, Ökologie und Effizienz sind. Dafür stehen in Schleswig-Holstein in den kommenden Jahren Mittel in Höhe von 9,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Weiteres Projekt sind die Klimawandelbäume, also Gehölze, die mit den sich verändernden klimatischen Bedingungen zurecht kommen. Dabei werden neue Baumarten auf ihre Eignung zum Stadtgrün hin getestet.

zur Startseite

von
erstellt am 04.Feb.2016 | 19:24 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert