Sabbatical : Eine Auszeit für den Pastor

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„Ich freue mich darauf, mir Zeit zu nehmen und einmal ein anderes Leben führen zu können“, so Pastor Andreas-Michael Petersen. Termine, reden, Absprachen treffen wird für ein Vierteljahr nicht mehr seinen Arbeitsalltag bestimmen. Ein „Sabbatical“ nimmt der 56-Jährige, der nicht nur Oberhirte von etwa 750 Haselauern, sondern auch Internetbeauftragter der beiden Hamburger Kirchenkreise ist.

shz.de von
27. Mai 2015, 20:33 Uhr

Die Auszeit dauert drei Monate, beginnt am 1. Juni und endet am 31. August. Möglich wurde sie durch eine Regelung für junge Pastoren. Die bekamen eine volle Stelle, wurden aber nur mit einem Dreiviertel Gehalt entlohnt. Das eingesparte Geld investierte der Kirchenkreis allerdings nur zum größten Teil in zusätzliche Pfarrstellen.

Etwas wurde erst angespart und später kam man auf die Idee, gestandenen Gottesmännern und -frauen eine Pause zu gönnen, denn nach der Bibel soll man nicht nur am siebten Tag ruhen, sondern es gibt auch das siebte und Sabbatjahr. „Wir bekommen also ein bisschen von dem wieder raus, was wir hineingesteckt haben“, schlussfolgert Petersen.

Während des gemeinsamen Neujahrsempfangs von politischer und evangelisch-lutherischen Gemeinde hatte er das Ansinnen bereits angekündigt. Damals erklärte er, das Schicksal von Menschen in der Marsch während des Ersten Weltkriegs erforschen zu wollen. Er musste bei anfänglichen Recherchen allerdings feststellen, dass die Quellenlage dünn ist und hätte für die Arbeit viel reisen müssen.

Also wechselte Petersen das Thema und dabei half ihm ein Hobby. Zusammen mit seiner Gattin und den beiden Söhnen kümmert er sich um zwei Bienenvölker. Als Imker mag er sich dabei nicht bezeichnen, sondern als „Bienenhalter“.

Es habe immer wieder Pastoren gegeben, die der Bienenzucht neuen Impuls gegeben haben, erklärt er. Einige hätten sich zur Selbstversorgung Völker gehalten. Das Wissen holten sie sich aus Büchern, gaben das Gelesene auch an ihre Gemeindeglieder weiter. Petersen will nun erforschen, wo der Anteil seine Kollegen an der Entwicklung der Bienenzucht liegt.

Der Haselauer mag sich nicht festlegen, ob und wie er die Ergebnisse seiner Untersuchungen aufarbeitet. Vielleicht werden sie gar nicht zu Papier gebracht. Sie könnte aber auch in späteren Jahren einmal zu einer Doktorarbeit ausgearbeitet werden.

Das Sabbatical wird Petersen auch für Beschäftigungen nutzen, zu denen er sonst selten kommt. So liebt er das Musizieren, doch den Dudelsack hat er in der jüngeren Vergangenheit nur selten angefasst.

Kontakt

Vertreten wird Pastor Andreas-Michael Petersen während des Sabbatical von seiner Kollegin Dr. Annegret Reitz-Dinse. Sie arbeitet in Hamburg in der Altenheimseelsorge sowie als Vertretungspastorin. Ihm und dem Kirchengemeinderat von Hl. Dreikönig hat sie sich bereits vorgestellt. Die Gemeindeglieder lernen sie mit der Predigt am Sonntag, 7. Juni, ab 10 Uhr kennen. Kontakt kann mit Annegret Reitz-Dinse über das Kirchenbüro (Telefon: 04122 8011; E-Mail: kirche-haselau@foni. net) aufgenommen werden.

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