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Ausstellungseröffnung : Eine außergewöhnliche Kunst

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Mit Laubsägearbeiten verknüpfen viele eine Kinderbeschäftigung. Anerkannte Künstler wenden sich daher eher von dieser Säge ab. Oder doch nicht? Der Objektkünstler Peter F. Piening bezeichnet die Laubsäge nun gerade als sein wichtigstes Werkzeug. Ausgerüstet mit dieser und einer überdurchschnittlichen Portion an Kunstgeschick arbeitet Piening seit Ende der 1980er Jahre ausschließlich mit Holz.

shz.de von
erstellt am 26.Feb.2015 | 19:37 Uhr

Das Museum Langes Tannen an der Heidgrabener Straße hatte den Künstler bereits vor zehn Jahren zu Gast, und schon damals mussten die Besucher der Ausstellung alle Vorurteile fallen lassen, sofern sie solche bis dahin ihr Eigen genannt hatten.

Denn die zum Teil monumentalen Werke Pienings erinnern nun mitnichten an eine Schülerarbeit, vielmehr sind es beeindruckende Ergebnisse, handwerklich-künstlerischer Schaffenskraft, die zudem noch mit einigem Witz ausgestattet sind, teilweise augenzwinkernd-ironisch.

Jetzt ist Piening erneut zu erleben. Das Museum zeigt unter anderem vier Großobjekte, die alle in den vergangenen zehn Jahren entstanden sind: das Umbraculum als Ort der Schattenbilder, das Magazin, als die Werkstatt des Tüftlers, die sakral anmutende „Laterne“ und die „Laube“, ein Zweisitzer. Alle Objekte sind begehbar und mit einem Stuhl oder einer Bank ausgerüstet. Zum sich dort Niederlassen. Das sollte der Besucher der Ausstellung auch tun, denn erst nach einer Weile erschließt sich dem Betrachter die ganze Fülle des jeweiligen Objekts.

Es gibt unglaublich viel zu entdecken: Bild- und Literaturzitate finden sich neben rätselhaften wie alltäglichen Gegenständen und Gerätschaften. Alles regt nicht nur zum Anfassen, sondern auch zum Verweilen und Schmunzeln an.

Die Großobjekte werden an den Wänden der Museumsscheune von Bildobjekten begleitet – ebenfalls hölzerne Laubsägearbeiten von Meisterqualität. Ironie begleitet die Darstellungen von Gebrauchsanleitungen, Werbebildern und banalen Alltagsgegenständen. So zum Beispiel eine Verlängerungsschnur, die ein gesägter „Jugendstilrahmen“ zu einem erhabenen Bildmotiv werden lässt.

Zur Vernissage dieser bedeutenden Ausstellung eines schleswig-holsteinischen Künstlers (zu Hause ist Peter F. Piening in Ahrensburg) wird am Sonnabend um 16 Uhr in die Museumsscheune eingeladen. Die Ausstellung selbst ist bis zum 17. Mai immer mittwochs, sonnabends und sonntags in der Zeit von 14 bis 18 Uhr zu erleben, zudem am 6. April und am 14. Mai. Die Vernissage wird von Gruß- und einführenden Worten begleitet

Es sprechen Bürgermeisterin Andrea Hansen, Museumsleiterin Dr. Ute Harms und Nils Jockel, Art Director des Hamburg Museum.

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