DRK-Kita : Ein Workshop soll es nun richten

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Im Dezember 2011 hatten die Politiker extra eine Sondersitzung des Bildungs- und Sozialausschusses einberufen, um den Standort für einen DRK-Kindergartenneubau zu beschließen. Doch offenbar war nicht das seit Jahren bestehende Legionellenproblem in den Wasserleitungen des Kindergartens, das mit dem Einsatz und Austausch von Filtern und neuen Heizkesseln „im Griff“ gehalten wurde und die zu geringe Raumkapazität (eine Gruppe wurde an die Fritz-Reuter-Schule ausgelagert) der Grund für eine zügige Entscheidung.

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13. Januar 2012, 21:23 Uhr

Denn das Ergebnis des Runden Tisches zu dem von den Elternvertretern des Kindergartens nicht akzeptierten Mehrheitsbeschluss „Bau des Kindergartens am bisherigen Standort Friedlandstraße und Unterbringung der Kinder während der Bauphase in Containern“ zeigt ein anderes Bild. Jetzt sollen noch einmal in einer Art Workshop alle Optionen für einen Kindergartenstandort zusammengetragen und diskutiert werden.

Diesen Vorschlag machte Georg Janßen von den Grünen. Seine Fraktion hatte allerdings vor nicht einmal vier Wochen den von SPD und FDP sowie von den DRK-Kindergarteneltern, dem Kindergartenträger, der Schulleitung an der Schwennesen-Schule und der Leitung des dortigen DRK-Hortes präferierten Kindergartenstandort am Schützenplatz abgelehnt und gemeinsam mit der CDU den Neubau an der Friedlandstraße und die Container-Lösung während der Bauphase mehrheitlich beschlossen.

Die gedankliche Wende der Grünen hat mit den nun von der Verwaltung ins Spiel gebrachten Kosten für ein Kindergarten-Containerdorf zu tun. „Bei der Beschlussfassung sind wir von Kosten in Höhe von knapp 300000 Euro ausgegangen. Unser Beschluss ist auf Grundlage des vorliegenden Materials getroffen worden. Unter den neuen Bedingungen sehe ich mich jedoch nicht mehr in der Lage, für nur eine Option zu streiten“, so Georg Janßen.

Die Verwaltung hat inzwischen Kosten ermittelt, die bei 900000 Euro Netto für ein Containerdorf mit Räumen für acht Gruppen bei einer Mietzeit von 18 Monaten auflaufen könnten. Und hinzu kämen noch Kosten für die Herrichtung eines Grundstückes, um die Container aufzustellen. Und was die Stadt offenbar auch nicht hat, aber bei den Beratungen im November und Dezember 2011 nie zur Sprache kam: „Wir haben kein Grundstück für ein Containerdorf“, betonte Bürgermeister Roland Krügel. Er verwies zudem auf den Zeitfaktor von 15 bis 18 Monaten bei allen Planungen, die mit dem Kindergartenneubau im Zusammenhang stehen und begrüßte den Workshop-Vorschlag der Grünen. „Lassen Sie uns noch einmal andere Varianten, wie auch den Standort Pommernstraße ansehen, und beleuchten, wo denn die meisten Kinder zwischen 0 und 3 Jahren leben“, so Krügel.

Christopher Radon, Fraktionsvorsitzender der CDU, merkte an, dass die Entscheidung, den Kindergarten neu zu bauen, unter zeitlichem Druck gefallen sei. „Wenn jetzt dieser zeitliche Druck nicht mehr herrscht, sollte man noch einmal überlegen. Vielleicht finden wir noch eine bessere Lösung als den Standort Friedlandstraße“.

Grünen-Politiker Janßen verwies darauf, dass der Workshop, an dem auch die DRK-Eltern beteiligt werden sollen, mit Arbeitsaufträgen an die Verwaltung verbunden sein könne. „Sicher wird es nicht so sein, dass wir nach dem Workshop einig sind, wo der Kindergarten hin soll.“ Eltern vertrösten und Zeit gewinnen?„Wir hatten im Mai 2011 eine Kindergartenlösung für den Schützenplatz und nun stellen, die gleichen Leute, die diese Lösung vermasselt haben, Anträge, um noch einmal alles zu überlegen. Ich finde, Sie werden hier veräppelt und vertröstet“, richtete sich Horst Lichte (SPD) an die Elternvertreter des DRK-Kindergartens und den Träger.

Die Lösung Schützenplatz in Grundschulnähe sei die beste Lösung und die Verkehrsproblematik dort nur vorgeschoben, so Lichte. Er rief CDU und Grüne auf: „Lassen Sie uns weitermachen, was wir schon angefangen hatten“ und konfrontiert sie mit dem Vorwurf: „Sie wollen nur das Grundstück in Beschlag halten.“ Damit würde eine Option für eine Tennishalle an der Friedlandstraße in der Nähe zu den Tennisplätzen und der Klaus-Groth-Schule, wie es die SPD und auch die Verwaltung präferieren, verloren gehen. Die Tennishalle spiele bei der Standortentscheidung für den DRK-Kindergarten keine Rolle, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Radon und die CDU stelle auch nicht den Grundschulstandort infrage. Die Option Schützenplatz sei nur ein Grundsatzbeschluss gewesen. „Es ging bei dem Grundsatzbeschluss nicht um den Standort, sondern um einen Kindergartenneubau und Fördermöglichkeiten“, so Radon. „Die Raumenge in der KiTa spielt keine Rolle mehr. Nun wollen Sie sich Zeit nehmen. Ich habe das Gefühl, dass einfach nur geschoben wird“, so eine Elternvertreterin.

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