Geburtstagsfeier für Matthias Claudius : Ein Vormittag der Hochkultur

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(eb). Sein bekanntestes Gedicht ist wohl „Der Mond ist aufgegangen“, vertont von Johann Abraham Peter Schulz. Vor 275 wurde Matthias Claudius in Reinfeld (Holstein) geboren, vor 200 Jahren starb der Dichter und Journalist, bekannt als Lyriker mit volksliedhafter, intensiv empfundener Verskunst.

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26. Januar 2015, 20:32 Uhr

An den 275. Geburtstag des Chefredakteurs des „Wandsbecker Boten (Wandsbek wurde bis zum Jahre 1879 noch mit „ck“ geschrieben) erinnerte am Sonntag das Goethe-Stolberg-Ensemble Uetersen, das schon mit so mancher zeitgeschichtlicher Matinee begeistern konnte.

Auch diesmal waren es mehr als 80 Besucher, die die Museumsscheune füllten. Es hätten sich weit mehr angemeldet, doch die Herrschaften, welche aus Hamburg anreisen wollten, seien von der Glätte, die an diesem Tag geherrscht habe, abgeschreckt worden, so Elsa Plath, Initiatorin des „Geburtstagsfestes für Matthias Claudius“.

Zum Ensemble gehören zudem Sopranistin Veronika Haker und Bettina Jung (Klavier). Insbesondere war es die Verbindung von Claudius zu Uetersen (Klosterfräulein Augusta Louise zu Stolberg-Stolberg), die das Ensemble bewegt hatte, an Matthias Claudius zu erinnern. Und das in Form einer musikalisch-literarischen Reise durch das 18. Jahrhundert. Herder, Lessing, Goethe, Stolberg-Stolberg – man kannte sich in früheren Zeiten. Insofern ist auch von einer gegenseitigen Befruchtung auszugehen, zumindest, was Claudius betrifft. Wie ging es zu im Hause des Dichters? Der Vormittag der hochstehenden Kultur brachte Aufschluss. Viele Lieder erklangen, zuletzt auch gemeinsam mit dem Publikum: „Ich armes welsches Teuflein...“.

Der dreistimmige Kanon erinnerte daran, welche Freude Familie Claudius (zwölf Kinder) am Singen und Musizieren gefunden haben musste. Wie es sich zuweilen damals anhörte, als zum Beispiel Choräle noch im Dreivierteltakt gespielt wurden, demonstrierte Haselaus Organist Michael Horn-Antoni, der zudem zeigte, was Organisten zurzeit des Dichters können mussten, Claudius aber nicht vergönnt war.

Der Vormittag der Extraklasse ging mit kräftigem Applaus zu Ende, verbunden mit dem Wunsch, vom Goethe-Stolberg-Ensemble baldmöglichst erneut zu einem literarisch-musikalischen Vormittag eingeladen zu werden.

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