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Uetersener Nachrichten

18. Dezember 2017 | 23:49 Uhr

Krähen : Ein Vogel sorgt für Ärger

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Elmshorner Politiker schlagen Alarm: Alle Versuche, die unter Naturschutz stehende Saatkrähe aus der Innenstadt zu vertreiben, waren bisher erfolglos. Weil es aber in der Krückaustadt inzwischen etwa 1000 Brutpaare geben soll, nehmen die Beschwerden der Bürger zu. Die Suche nach Lösungen ist nicht leicht, wie auch die SPD-Landtagsabgeordnete Beate Raudies festgestellt hat.

shz.de von
erstellt am 30.Dez.2015 | 18:26 Uhr

Der große Vogel mit dem markanten Schnabel und dem metallisch-schwarz glänzenden Gefieder bevorzugt eigentlich offenes Weide- und Ackerland, vor allem wenn es von Gehölzen umgeben ist oder an einen Wald grenzt. Weil die Tiere bekannt sind für eine große Ortstreue und in Städten inzwischen sowohl Überwinterungs- als auch Brutgesellschaften bilden, nimmt die Belästigung durch das Geschrei und die Hinterlassenschaften allerdings auch in Elmshorn zu.

Der neue Artenschutzbericht, den Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck im Januar offiziell vorstellen wird, bestätigt die subjektive Einschätzung. In Elmshorn gibt es einen „Krähenschwerpunkt“. Vor allem rund um die Nikolai-Kirche am Alten Markt und an der Bismarckschule haben es sich die Vögel bequem gemacht.

Versuche, sie mit den bekannten Mitteln zu vergrämen, schlugen bislang allesamt fehl. Die Rabenvögel wurden per Lautsprecher mit den Angstschreien von Artgenossen und den Jagdrufen von Greifvögeln beschallt. Die Stadt versuchte es mit Schreckschusspistolen, entfernte nicht nur leere Nester, sondern auch Gelege. Außerdem wurden die auf öffentlichem Grund stehenden Abfalleimer krähensicher gemacht. Von dauerhaftem Erfolg war keine der Maßnahmen gekrönt.

Auch die SPD-Landtagsabgeordnete Beate Raudies stören die Rabenvögel in der Innenstadt. „An der Kirche mit dem Kinderspielplatz und der Eisdiele leidet die Aufenthaltsqualität enorm“, sagte sie. Auf Forderungen nach einer Änderung des Umweltschutzgesetzes, die inzwischen aus den Reihen der Elmshorner CDU kommen, reagierte sie aber zurückhaltend. Die Tiere in der Stadt zu jagen, sei keine gute Idee, so Raudies. Lieber würde sie sie in Bereiche vertreiben, in denen sie nicht stören, etwa den Liether Wald oder den Krückaupark. Ein Schreiben von Raudies an Umweltminister Robert Habeck brachte nicht den ersehnten Durchbruch. Er verwies in seiner Antwort auf die Möglichkeit, Bäume im begrenzten Rahmen auszuschneiden, den Einsatz von natürlichen Feinden zum Beispiel mit Hilfe eines Falkners und eben akustische Vergrämungsmaßnahmen.

Nun setzt Beate Raudies ihre Hoffnungen in eine Informationsveranstaltung, zu der sie möglicherweise noch für Februar Fachleute einladen und das Thema mit ihnen öffentlich diskutieren möchte.

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