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Uetersener Nachrichten

14. Dezember 2017 | 14:31 Uhr

Welt-Alzheimertag : Ein Verlust mit Happy End

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Seit fast 20 Jahren finden am 21. September, dem „Welt-Alzheimer-Tag“, überall Aktivitäten statt, um die Öffentlichkeit auf die Situation der von der Krankheit „Alzheimer“ Betroffenen sowie ihrer Angehörigen aufmerksam zu machen. Weltweit, so offizielle Zahlen, sind etwa 35 Millionen Menschen von Demenzerkrankungen betroffen, zwei Drittel davon in Entwicklungsländern. Bis 2050, sagen Experten, werde diese Zahl auf voraussichtlich 115 Millionen ansteigen.

shz.de von
erstellt am 02.Sep.2013 | 21:14 Uhr

Menschen, die an einer Demenz erkranken, stehen am Beginn eines schwierigen Weges. Er ist lang und führt nicht selten immer tiefer in die Einsamkeit. Der „Welt-Alzheimertag“ will dabei einen Kontrapunkt setzen, will aufklären und für Verständnis werben. Menschen, die ihr Gedächtnis verlieren, benötigen Freunde. Personen also, die sie trotz ihres Krankheitsbildes weiterhin besuchen. Und was ist mit der Gesellschaft? Viele schauen weg, wollen mit dem Problem nichts zu tun haben. Das ansteigende Lebensalter aber führt dazu, dass etliche nicht ewig davonlaufen können. Sie werden selbst Betroffene. Pflegeexperten wissen: gemeinsam und in gegenseitigem Respekt wird vieles leichter.

Was passiert am 21. September in Deutschland? Viele regionale Alzheimer-Gesellschaften und Selbsthilfegruppen bieten landauf, landab eine Reihe von regionalen Veranstaltungen an und wollen die Öffentlichkeit sensibilisieren, unter Umständen auch wachrütteln. Es geht ihnen darum, auf die Situation der rund 1,4 Millionen Demenzkranken und ihrer Familien hierzulande hinzuweisen. Zwar kann Alzheimer derzeit nicht geheilt werden, doch kann zum Beispiel soziale Betreuung dem Erkrankten sehr helfen.

In Uetersen hat sich das Team vom Burg-Kinocenter mit dem „Welt-Alzheimertag auseinandergesetzt und zeigt am 21. September den Film „Vergiss mein nicht“. Beginn der Sondervorstellung ist um 17.45 Uhr. Karten können von sofort an unter 04122/929185 erworben werden. Wer über einen Internetanschluss verfügt, kann die Tickets auch online bestellen. Die Adresse lautet „www.burgkino.de“.

Der Inhalt des Streifens ist persönlich, humorvoll und optimistisch. Es geht um die Liebe zwischen Mutter und Sohn, Eltern und Kindern, Mann und Frau. „Vergiss mein nicht“ ist ein Film über Alzheimer. Zum Inhalt des berührenden Werks: Regisseur David Sieveking (geboren 1977), der sich einmal mehr selbst zum Inhalt des Films macht, entdeckt durch die Alzheimer-Demenz seiner Mutter Gretel den Schlüssel zu ihrer Vergangenheit, zur Geschichte ihrer Ehe und zu den Wurzeln der gemeinsamen Familie. Liebevoll und mit zärtlicher Distanz dokumentiert er ihren geistigen und körperlichen Abbau und seine Versuche, ihr das Leben zu erleichtern. In „Vergiss mein nicht“ erzählt David Sieveking von der häuslichen Pflege seiner Mutter, die wie Millionen anderer Menschen an Alzheimer-Demenz leidet. Davids Eltern waren in der Studentenbewegung der 1960er Jahre aktiv und haben eine „offene Beziehung“ geführt, die nun durch die Krankheit in dramatischer Weise auf die Probe gestellt wird. Die Veränderung der Mutter zwingt die Familie, sich mit ihren Konflikten auseinanderzusetzen, und lehrt sie einen herzlichen Umgang, der zu neuem Zusammenhalt führt. Es ist eine Art „Happy End“ beim langsamen Trennungsprozess vom „Ich“. Gretel Sieveking starb im Februar 2012.

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