Polizei : Ein Urgestein geht in Pension

4136838_800x477_53d80a3a7bd56.jpg

Sein Dienstgrad ist Polizeikommissar, sein Dienstbereich die Haseldorfer Marsch. Bis morgen. Denn Michael Beutel, seit 18 Jahren Haseldorfs Stationsleiter, geht am 1. August in Pension.

Avatar_shz von
29. Juli 2014, 22:53 Uhr

Seit mehr als 40 Jahren ist Beutel Teil der Landespolizei und hat sich in dieser Zeit viel Anerkennung und Respekt erworben. Sowohl bei den Kollegen als auch bei den Bürgern. Beutel, ein „Dorfsheriff mit Ecken und Kanten, ausgestattet mit den Tugenden, die ein Polizist einer Ein-Mann-Station benötigt, wurde von einigen seiner Weggefährten und von Revierleiter Torsten Schmidt gestern überrascht. Mitten im Urlaub und schon beim Einpacken. Denn natürlich darf er das Landeseigentum, die diversen Utensilien seines Büros im eigenen Wohnhaus, nicht behalten.

Während seiner Beamtenlaufbahn hat Beutel viel erlebt. So einen Überfall auf die Sparkasse in Haseldorf mit anschließender, leider erfolglosen Großfahndung. Einmal musste er sogar einen Warnschuss aus seiner Pistole abgeben, als es galt, einen flüchtenden Autofahrer in den Holmer Sandberge zu stellen. Selbst vor Prominenten schreckt Beutel nicht zurück. So erinnerte er in Moorrege einmal Spaßmacher Otto Waalkes daran, dass man auf dem Gehweg nicht parken darf. Allerdings sei er viel lieber vermittelnd tätig gewesen, so Beutel. Auf Streife oder auch sonst. Dafür gab es unzählige Gelegenheiten. In Haseldorf und Umgebung gebe es viele nette und freundliche Menschen und eine unglaubliche Ruhe.

Jetzt verlässt Michael Beutel Haseldorf. Gemeinsam mit seiner Frau zieht es ihn in Richtung Rendsburg-Eckernförde. Da ist es nicht mehr weit bis nach Dänemark, dem Lieblingsurlaubsziel der Familie.

Pläne hat der Bald-Pensionär viele. Vielleicht noch einmal ein neues Haus bauen. . . Oder eine Kreuzfahrt nach Skandinavien unternehmen. . . Sich um seinen Enkel kümmern und das noch viel stärker als bisher. . . Oder einfach nur reisen. . . Der gebürtige Wuppertaler, aufgewachsen in Krempe, weiß, dass viele Haseldorfer die Auflösung der Wache unweit der Kirche nicht nachvollziehen können. Der Wachtmeister vor Ort gehört für viele einfach zum Dorfbild dazu. Und auch er sei mit so manchem nicht einverstanden gewesen, was anderswo gedacht worden sei. „Aus Sicht der Bevölkerung ist das falsch“, belässt es Beutel jetzt dabei.

Ganz verlässt die Polizei den Ort allerdings nicht. Mittwochs von 10 bis 12 Uhr und jeden ersten Dienstag im Monat von 16 und 18 Uhr wird ein Beamter im Bürgerbüro Haseldorf anwesend sein und Anliegen aufnehmen. Nach neun Monaten wird Bilanz gezogen und dann neu entschieden. Aber auch außerhalb dieser Zeit ist die Polizei für den Bürger natürlich da. Die Streife kommt auf Wunsch auch in Zukunft nach Haseldorf, beziehungsweise ist bei einer Alarmierung blitzschnell vor Ort.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert