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Uetersener Nachrichten

19. August 2017 | 19:14 Uhr

Neuer Fonds : Ein Trauma wird entschädigt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Menschen, die im Kindesalter sexuell missbraucht wurden, können meist erst Jahrzehnte später zutiefst traumatisiert darüber reden. Die Täter wurden nie bestraft, die Opfer blieben allein und hilflos zurück.

Für diese Menschen gibt es seit Mai diesen Jahres den „Fonds Sexueller Missbrauch“, aus dem die Opfer Kostenerstattung für bestimmte Hilfestellungen beantragen können. Darauf machten jetzt die beiden Frauenberatungsstellen im Kreis in Elmshorn und in Pinneberg aufmerksam.

Lisa Schnelten (Elmshorn) und Ruth Stiasny-Seligmann (Pinneberg) ist vor allem eines erst einmal ganz wichtig: Die Betroffenen sollten den 14-seitigen Antrag, der viele Fragen aus dem aller sensibelsten Bereich enthält, auf keinen Fall alleine ausfüllen.

Die Beratungsstellen, zu denen auch der Weiße Ring gehört, bieten mit einem oder einer ganz persönlichen, therapeutisch ausgebildeten Betreuungsperson eine ganz individuelle Hilfe. Denn das Geld soll nicht direkt ausgezahlt werden, sondern zur Bewältigung schwieriger Lebenssituationen verwendet werden, so zum Beispiel bei der Finanzierung einer Therapie, die die Krankenkassen nicht bezahlen, oder der Einrichtung einer selbstständigen Existenz dienen. Die Nutzung bestimmen die Antragstellerinnen und Antragsteller selbst. Auch hierbei können sie die Ratschläge der Betreuerinnen und Betreuer gut gebrauchen, denn die wissen meist, welche Vorhaben aus dem Fonds finanziert werden können.

Der Fonds, bestückt mit 50 Millionen Euro, steht bis 2016 bereit. Opfer, die im familiären Umfeld seit dem Jahr 1949 missbraucht wurden, können nach der Bewilligung ihres Antrages Hilfestellungen im Wert von bis zu 10000 Euro erwarten.

Daher sollten die Anträge jetzt auch möglichst schnell gestellt werden, denn wenn der Topf leer ist, ist keine finanzielle Unterstützung mehr zu erwarten.

Die beiden Beratungsstellen in Pinneberg und Elmshorn bieten außerdem zweimal im Jahr eine Gesprächstherapie in zwei Traumagruppen an, um bei der Aufarbeitung des Erlebten einen geschützten Raum zur Verfügung zu stellen, in denen Betroffene in der Zusammenarbeit mit einem Psychologen sich gegenseitig austauschen und fördern können. Ruth Stiasny-Seligmann von der Frauenberatungsstelle Pinneberg steht unter der Telefonnummer 04101/513147 für Auskünfte zur Verfügung, die E-Mail-Adresse ist info@frauennetzwerk-pinneberg.de, Lisa Schnelten unter der Telefonnummer 04121/6628 und unter der E-Mail info@frauentreff-elmshorn.de .

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erstellt am 26.Sep.2013 | 18:30 Uhr

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