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Opernaufführung : Ein singender und nähender E-Singer

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Seine Mutter Dora Reimers habe 1946 den Frauenchor in der Esinger Liedertafel mitgegründet, erzählt Walter Reimers. Er ist seit 1952 (mit drei Jahren Unterbrechung) nicht nur selbst Sänger bei den E-Singern, wie sich die Esinger Liedertafel seit ein paar Jahren modern nennt, sondern nun auch „Gewandmeister“ der E-Singer.

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erstellt am 10.Sep.2014 | 20:52 Uhr

Denn der 77-Jährige hat für die Opernaufführung „Dido und Aeneas“, die der Chor gemeinsam mit jungen Musikern der Kreismusikschule Segeberg und mehreren Solisten seit fast einem Jahr vorbereitet hat, genäht. Und das in vielen Stunden in seiner „Kreativstube“, in der er auch die Stoffe für seine Flugobjekte zuschneidet und näht. Denn Walter Reimers, der einst Fahrradmechaniker gelernt und als Schweißer gearbeitet hat, ist Zweiter Vorsitzender des Drachenclubs Flattermann, den er 1988 als Drachengruppe gegründet hatte.

Und da neben dem Singen und dem Drachenbau eben das Nähen ein großes Hobby von ihm ist, hatte er den E-Singern den Vorschlag unterbreitet, dass er sich um Kostüme für die Aufführung von „Dido und Aeneas“, an der er auch selbst als Sänger im Bass mitwirkt, kümmert. Sein Vorschlag wurde gerne angenommen, denn nur für die Sängerinnen standen aus einem Kleiderfundus Röcke und Blusen, die in die Zeit des Trojanischen Helden Aeneas passen, zur Verfügung.

„Uns fehlten Kostüme für Krieger und Kutten für die Hexenszene“, so Walter Reimers. Via Internet hat er sich kundig gemacht, wie Krieger damals gekleidet waren. Und dann nähte er für sich „Prototypen“: eine Hose, ein weißes Hemd, ein Wams aus blauem stabilen Stoff und eine Kappe aus weichem Leder als „Kriegerkleidung“. Auch die Schnallen für sein Wams, auf die er bei den weiteren Exemplaren aufgrund des Aufwands verzichtete, hat er selbst gefertigt. Alle fünf Bass-Sänger hat Walter Reimers mit Wams und Mütze, zum Teil auch mit weißen Hemden, ausgestattet. Auch für einige Frauen aus dem Chor hat er weiße Hemden genäht.

Mehr als 50 Stunden hat der Hobbyschneider mit diesen Arbeiten verbracht. Auch die Schnittmuster hat er selbst angefertigt. „Ich kann das halt. Meine Mutter hat viel genäht. Ich habe das alles von ihr gelernt“, so Walter Reimers.

Mehr als 60 Stunden Arbeit hat er in die 28 Kutten aus schwarzem Baumwollstoff investiert, die in der Hexenszene übergezogen werden. Die Kutten mit Kapuzen sehen ein bisschen aus wie Talare. Sie können an der Vorderseite geöffnet werden und sind mit Klettverschlüssen versehen. Denn die Kutten müssen schnell innerhalb eines Szenenwechsels übergezogen und dann auch schnell wieder fallen gelassen werden können. „Wir haben das geübt und das klappt gut mit der Form und Öffnung der Kutten“, so Walter Reimers.

Er freut sich über die Anerkennung, die ihm als „Gewandmeister“ von seinen E-Singern zuteil wird. „Es war schon viel Arbeit. Meist habe ich nachts genäht. Aber es hat mir auch viel Freude gemacht und ich bin ja gerne E-Singer und auch gerne bei den Aufführungen von ,Dido und Aeneas’ mit dabei“, betont der singende und nähende E-Singer Walter Reimers.

27. September: „Dido und Aeneas“ in Tornesch

Die E-Singer haben die Premiere von „Dido und Aeneas“ bereits hinter sich. Sie haben mit den Musikern der Kreismusikschule Segeberg und den Solisten bereits am 6. September im Kurhaus-Theater Bad Bramstedt und am 7. September in der Jugendakademie Segeberg erfolgreich auf der Bühne gestanden.

Am 27. September treten sie um 19 Uhr in der Aula der Klaus-Groth-Schule mit der Oper auf und am 28. September in Kaltenkirchen.

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