Iinterkultureller Kick : Ein Sieg für die Integration

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Richtig spannend war, was auf dem Elmshorner Rudolf-Diesel-Platz geschah: Da kämpften starke Imame aus Schleswig-Holstein und Hamburg gegen bemühte Pastoren der evangelisch-lutherischen Kirche unter lautem Zuschauerjubel – fair, verständnisvoll und mit einem enormen Spaßfaktor. Das Ergebnis allerdings war eindeutig: Mit 7:1 trugen die Imame den eindrucksvollen Wanderpokal nach Hause.

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26. Mai 2015, 21:31 Uhr

Zweimal 30 Minuten dauerte das Spiel. In der ersten Halbzeit machten die evangelischen Pastoren, unter ihnen der Pinneberger Propst Thomas Drope mit schwer angesagten orange leuchtenden Fußballschuhen, vor dem gegnerischen Tor gewaltig Druck, nur hinein in das Eckige gelangte kein Treffer. Zum Ende räumten die Imame im rot weißen Dress mächtig auf und platzierten einen Ball nach dem anderen im Tor der Gegner mit dem goldenen Kreuz. „Erfinder“ des interkulturellen Spaßes, zu der der Evangelisch lutherische Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf und die Türkische Gemeinde Elmshorn jetzt schon im zweiten Jahr eingeladen hatten, ist der Itzehoer Diakonie-Mitarbeiter Hidayet Eval.

„Ich seh so gerne alte Schwarz-Weiß-Filme“, erzählt er. „Am liebsten die von Don Camillo und Peppone. Und dabei fiel mir ein, dass wir hier so gegensätzliche Kulturen, die eigentlich ein gleiches Ziel haben, auch einmal gegeneinander und letztlich auch miteinander spielen lassen sollten. Am liebsten hätte ich ja noch ein kleines Teufelchen auf den roten Dress der Imame in Erinnerung an den Film drucken lassen. Aber das wollten die türkischen Geistlichen partout nicht“, berichtet er mit einem Schmunzeln. Was der guten Stimmung auf dem Platz keinerlei Abbruch tat.

Die türkische Gemeinde hatte für das leibliche Wohl der Spieler und Besucher mit leckeren türkischen Spezialitäten gesorgt, die Elmshorner Trommelgruppe Alegria da Bahia heizte mit südamerikanischen Samba-Reggae-Rhythmen noch einmal zusätzlich vor und zwischen den Halbzeiten ein.

Und so jubelten sogar die so verehrten türkischen Großmütter und die Allerkleinsten, die am liebsten mitspielen wollten, Jung und Alt, türkisch oder deutsch, den Sportlern zu. Gemeinsam essen und spielen, was gibt es Besseres, um sich interkulturell zu begegnen, waren sich Veranstalter und Besucher einig.

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