POMM 91 : Ein Senior stellt für Senioren aus

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Bereits als Kind hat Claus Erich Braack – er wird Anfang März 96 Jahre alt – gerne Schiffe gemalt. Er stammt aus einer Kapitänsfamilie, die in Hasselwerder-Neuenfelde zuhause war, besuchte das Realgymnasium in Blankenese und fuhr von 1934 an zur See.

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19. Februar 2013, 21:44 Uhr

Schiffe und die Seefahrt begleiteten ihn durch sein gesamtes Berufsleben und auch durch den Ruhestand. Denn nachdem er 1980 in Rente ging, malte Claus Erich Braack die Schiffe, auf denen er einst unterwegs war, die seinen Vorfahren oder befreundeten Familien gehörten oder in verschiedenen Phasen seines Lebens eine Rolle spielten. Die meisten Bilder malte er für sich, andere verschenkte er an Freunde und Bekannte. Etwa 60 Bilder solcher Schiffsporträts (Kapitänsbilder) lagerten nun seit Jahren nur noch in einem Kellerraum des Hauses, das der rüstige Senior in Tornesch bewohnt. Tochter Kirsten Baasner sowie Freunde der Familie, zu denen Erika Lohmann und Rudolf Philippeit gehören, bedauerten dies und baten Claus Erich Braack, seine Kapitänsbilder doch einmal in der Öffentlicheit zu zeigen. Und es entstand die Idee, dass der Senior für Senioren ausstellen sollte. Dies erfolgt nun im Foyer der Begegnungsstätte POMM 91. Claus Erich Braack hat 31 Kapitänsbilder ausgewählt. Gemalt hat er die meisten dieser authentischen Segelschiffe und Dampfschiffe im Zeitraum von 1980 bis 2000. Auf der Rückseite der nicht gerahmten Ölbilder hat er Schiffsdaten – Name, Baujahr, Besitzer, Tonnage, Verbleib des Schiffes – vermerkt.

Etwa 30 bis 40 Stunden Arbeit stecke in so einem Bild, erzählt Käpt’n Braack. „Man malt vom Hintergrund in den Vordergrund. Und da die Farbe trocknen muss, bevor weitere Details gemalt werden können, habe ich meist an drei bis vier Bildern parallel gearbeitet.“ Familiäre Umstände hatten dazu geführt, dass Claus Erich Braack seit ein paar Jahren keinen Pinsel mehr in der Hand hielt. „Doch wenn es mich überkommt, dann male ich wieder“, kündigt der rüstige Senior an.

Er musste lange überredet werden, bevor er in die Ausstellung einwilligte. Als er nun das Ergebnis sah, war er jedoch voll des Lobes für Erika Lohmann, Rudolf Philippeit und Ute Leszinski vom POMM 91. Sie haben die Bilder im Foyer der Begegnungsstätte angebracht und gemeinsam mit Angehörigen des Käpt’ns in den Vitrinen Fotos und Dokumente platziert, die sein Leben für die Seefahrt vom Schiffsjungen, Steuermann, Lehrer an der Marine-Kriegsschule III Schleswig bis hin zum Kapitän auf großer Fahrt (Patent A6), Elbe-Seelotsen und Fregatten Kapitän d.R. bei der Bundesmarine widerspiegeln.

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