Handball : „Ein schöner Abschluss“

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Vor drei Wochen machten die 1. Männer des TuS Esingen mit einem 31:21-Sieg im Aufstiegs-Rückspiel gegen die HSG Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg ihren Sprung in die Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein perfekt. TuS-Trainer Jan-Henning Himborn spricht im UeNa-Interview über den Aufstieg und die Zukunft in der Oberliga, die er von der Position des Sportlichen Leiters der TuS-Handballer aus verfolgen wird.

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17. Mai 2015, 21:10 Uhr

UeNa: Wie blicken Sie mit einem dreiwöchigen Abstand auf das entscheidende Aufstiegs-Rückspiel zurück?

Jan-Henning Himborn: „Ich freue mich noch immer sehr darüber, dass unsere Mannschaft es geschafft hat, sich mit dem Aufstieg selbst für das, was wir uns erarbeitet haben, zu belohnen. Die Saison ist nicht optimal verlaufen, es gab einige Querelen ‒ aber so war es für mich persönlich ein schöner Abschluss als Coach bei den 1. Herren. Und unser neues Trainer-Team startet in der kommenden Saison in der Oberliga beziehungsweise mit den 2. Herren in der Hamburg-Liga ‒ das ist eine gute Basis!“

UeNa: In der Winterpause erfolgte nach nur sechs Monaten die Trennung von Trainer Markus Risch. Was lief anschließend besser?

Himborn: „Die Mannschaft wusste, dass sie nach dem Abschied von Risch in der Pflicht steht. Ich habe, als ich das Traineramt wieder übernommen hatte, gesagt, dass ich in der Rückrunde kein Spiel verlieren will. Dass wir nun sogar auch die Aufstiegsspiele ungeschlagen überstanden haben, war natürlich perfekt. Und das war keine Selbstverständlichkeit, da uns im Frühjahr nie der komplette Kader zur Verfügung stand: Max-Lennart Albrecht, Lennart Haas und Tom Schmitt sind jeweils über längere Zeiträume ausgefallen.“

UeNa: In den beiden Aufstiegsspielen haben Sie zusammen mit Till Krügel und Claas-Peter Schütt, die zur neuen Saison das Traineramt bei den 1. Männern übernehmen, an der Seitenlinie gestanden. Wie kam es dazu?

Himborn: „Als Risch im Winter aufgehört hat, habe ich Krügel und Schütt schon gefragt, ob wir zusammen die 1. Männer betreuen könnten ‒ damals waren sie aber noch zu sehr bei der 1. A-Jugend eingebunden. Da wir jetzt mit aller Macht aufsteigen wollten und drei Menschen mit Handballverstand besser sind als nur eine Person, war diese Regelung die beste Entscheidung für alle Beteiligten, den Verein und die Spieler. Für mich war es Neuland, im Team zu arbeiten ‒ aber es ging nicht um persönliche Befindlichkeiten.“ UeNa: Wie hat die Zusammenarbeit funktioniert?

Himborn: „Es war eine ganz hervorragende und sehr konstruktive Zusammenarbeit, für die ich mich an dieser Stelle auch noch einmal ausdrücklich bei Krügel und Schütt bedanken möchte. Wir hatten gemeinsam viele Ideen und waren uns von der Ausrichtung her einig. Und bei den Spielen sah die Aufgabenverteilung so aus, dass Krügel sich um den Angriff gekümmert hat, ich für die Deckung verantwortlich war und Schütt sein Hauptaugenmerk auf die Torhüter gelegt hat.“

UeNa: Was ist für die 1. Esinger Männer in der kommenden Saison in der Oberliga eine realistische Zielsetzung?

Himborn: „Als Aufsteiger geht es für uns zunächst einmal nur um den Klassenerhalt. Wir sind jetzt erstmals überhaupt in der Oberliga dabei und wollen versuchen, uns dort zu etablieren. Wenn die Mannschaft einen guten Start erwischen und zur Saison-Halbzeit im Mittelfeld der Tabelle stehen sollte, könnte man sich mit anderen Zielen beschäfti- gen ‒ aber wir wissen, dass in dieser Liga viele stärkere Gegner auf uns zukommen, zum Beispiel der THW Kiel II ...“

UeNa: Also wären Sie zufrieden, wenn am Ende der elfte Platz, der zum Klassenerhalt genügen würde, erreicht wird?

Himborn: „Da, wo der FC St. Pauli die aktuelle Saison abgeschlossen hat, nämlich um den zehnten Platz herum, würden wir uns in der nächsten Spielzeit gerne bewegen und mindestens drei, vier Gegner hinter uns lassen. Wichtig wird sein, dass wir von schweren Verletzungen verschont blei- ben ‒ und es kommt auf die Konstanz an. Wenn man Pech hat, gehen viele Partien mit ein, zwei Toren Abstand verloren. Deshalb denken wir von Spiel zu Spiel ...“

UeNa: Was fehlt der Esinger Mannschaft noch, um in der Oberliga ein fester Bestandteil werden zu können?

Himborn: „Ein Oberliga-Team benötigt eine gewisse Erfahrung. Deshalb wäre es schön, wenn wir uns noch auf ein, zwei Positionen verstärken könnten. Der Verbleib von Benedict Philippi, der als hervorragender Defensivspieler unsere Abwehr zusammengehalten hat ‒ das gab es seit dem Abgang von Moritz Machay in dieser Form nicht mehr ‒, wäre zudem von größter Wichtigkeit. Dass wir im Rückspiel gegen Schülp nur 21 Gegentore kassiert haben, war sensationell. Alles, was wir an Verbesserungen angeregt hatten, wurde in der Abwehrarbeit perfekt umgesetzt. Und in der neuen Saison ist es von größter Wichtigkeit, die Abwehr zu stabilisieren: Die Klasse kann nur mit einer sicheren Deckung gehalten werden!“

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