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Uetersener Nachrichten

23. Oktober 2017 | 04:31 Uhr

Ein Projekt für Vielfalt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Es ist einer von zwölf neuen Apfelbäumen in Tornesch, neben dem die Lehrer Susan Jendrsczok (Foto) und Steffen Sielaff vom Uetersener Ludwig-Meyn-Gymnasium gemeinsam mit den Schülerinnen Tara (links) und Emilia stehen. Die Bäume bilden den Anfang für einen Apfel-Spazierweg, der in den kommenden Jahren Stück für Stück eingerichtet werden soll.

von
erstellt am 31.Dez.2016 | 15:57 Uhr

Mehr als 1000 verschiedene Sorten des Kulturapfels gibt es weltweit − doch in die Ladentheken der deutschen Supermärkte schaffen es nur rund 25. Viele der alten Apfelsorten sind zudem nahezu vergessen. Um dem entgegenzuwirken und die Vielfalt zu bewahren haben Schüler und Lehrer des Uetersener Ludwig-Meyn-Gymnasiums (LMG) jüngst zwölf Apfelbäume alter Sorten am Kanaldamm in Tornesch gepflanzt. Langfristig soll dort ein Apfel-Spazierweg entstehen.

20 LMG-Schüler der Klasse 8e waren mit ihren Lehrern Susan Jendrsczok und Steffen Sielaff an den Kanaldamm gekommen. Direkt an das Gelände von Ingas Obsthof grenzend, wollten sie die neuen Bäume pflanzen. Unterstützung erhielten sie dabei von Mitarbeitern der Stadt Tornesch, unter anderem dem stellvertretenden Bauhofleiter Marcel Möller. Gemeinsam galt es, Löcher auszuheben, die Bäume einzusetzen sowie Anwachshilfen und Draht als Schutz zu befestigen. Mehrere Stunden waren alle Beteiligten beschäftigt.

Prinz Albrecht von Preußen, Goldrenette von Blenheim und Freiherr von Berlepsch − die Apfelsorten, die nun in Tornesch heimisch sind, tragen zum Teil historische Namen und erinnern an die Zeit, in der sie gezüchtet oder entdeckt wurden. Doch auch Sorten aus der Region − wie der Haseldorfer Prinz und der Seestermüher Zitronenapfel − finden sich auf dem Gelände. Die zwölf jetzt gepflanzten Exemplare sollen zudem erst der Anfang einer ganzen Reihe von Apfelbäumen sein. Biologielehrerin Jendrsczok wünscht sich, dass in dem Bereich ein Spazierweg entsteht − gesäumt von zahlreichen Bäumen. „Die Vielfalt ist ein Wert an sich“, sagt die Tornescherin. Mit den Apfelbäumen ließen sich zudem die Wegränder ökologisch aufwerten.

Auch den Bienen- und Insektenschutz hat Jendrsczok im Blick. So seien Bienen immer häufiger von sogenannten Trachtlücken, also dem Fehlen von ausreichend Nahrung während der Vegetationsperiode, betroffen, erläutert Jendrsczok, die in ihrer Freizeit als Imkerin tätig ist. Apfelbäume und Blühstreifen könnten helfen, diese Lücken, die etwa durch Monotonie in der Landschaft entstehen, zu schließen.

Mit ihren Ideen trifft Jendrsczok bei der Stadt Tornesch auf offene Ohren. „Das ist ein wunderbares Projekt“, sagt Rainer Lutz von der Stabstelle Umweltschutz und Wirtschaftskoordination. „Es ist toll, wenn die Umwelt aufgewertet wird.“ Jendrsczok hatte Lutz ihre Ideen vorgestellt, der daraufhin die jetzt bepflanzte Fläche vorgeschlagen hatte. Die Stadt Tornesch hat zudem die Finanzierung von Bäumen und Wildschutz übernommen. Einen mit Apfelbäumen gesäumten Spazierweg über den Lohheister Weg kann sich Lutz gut vorstellen − allerdings sei dies ein langfristiges Projekt. „Das wird nicht übermorgen fertig“, so Lutz.

Auch die Schüler stehen hinter dem Projekt. „Ich finde es schön, dass hier zwölf alte Sorten gepflanzt werden, die man so nicht mehr kennt“, sagte die 13-jährige Emilia. Und Klassenkameradin Lene sagte: „Das ist eine gute Idee und sehr sinnvoll. Ich werde auf jeden Fall wiederkommen und nach den Bäumen sehen.“ Für die 14-Jährige ist mit den alten Apfelsorten noch eine weitere Hoffnung verbunden: „Ich bin Apfelallergikerin, aber vielleicht kann ich ja eine der alten Sorten essen, ohne Tabletten nehmen zu müssen.“

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