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Uetersener Nachrichten

18. Dezember 2017 | 12:26 Uhr

Politik : Ein Pirat, keine Nationalisten

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

49 Sitze hat er, der Pinneberger Kreistag. Und bei dieser Zahl wird es auch bleiben. Die 58 Sitze des letzten Kreistages kamen nämlich zustande, weil insbesondere die CDU mehr Wahlkreise gewann, als ihr nach der Verhältniswahl zustanden. Also mussten Sitze hinzugefügt werden. Das gelang diesmal nicht. Und im Großen und Ganzen bleibt die Gewichtung der Parteienlandschaft auch so wie vorher.

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2013 | 19:51 Uhr

Allerdings nicht ganz: Denn die FDP wird von bisher sechs Sitzen drei abgeben müssen. Sie verlor fast die Hälfte ihrer Stimmen im Vergleich zur Wahl von 2008. Davon überrascht waren die Liberalen sicher nicht, denn das gute Abschneiden vor fünf Jahren kann man getrost auf die damals zerstrittene Große Landes-Koalition zurückführen, von der viele Menschen die Nase voll hatten. Aber auch die CDU, die erklärte, ihr Wahlziel erreicht zu haben, verliert seit zehn Jahren eher, als dass sie gewinnt. Auch wenn sie ihr Ergebnis diesmal um seichte 0,3 Prozentpunkte steigern konnte, ist sie meilenweit vom Ergebnis aus 2003 entfernt, bei dem sie mit sagenhaften 51 Prozent fast bayerische CSU-Verhältnisse im Kreis Pinneberg schaffte.

Besonders spannend ist die Sitzverteilung aber allemal geworden. Denn CDU und FDP haben gemeinsam exakt so viele Sitze wie SPD und Grüne, nämlich jeweils 23. Übrig bleiben danach dann noch drei Sitze, die sich Piraten, Linke und kWGp brüderlich teilen: Jeder bekommt einen. Und man kommt fast gar nicht umhin, den etwas arg strapazierten Begriff vom „Zünglein an der Waage“ zu bemühen. Aber auch wenn sich CDU und FDP in der Vergangenheit nicht immer einig waren und auch die Sozialdemokraten nicht immer alles gut fanden, was die Grünen wollten, so werden sich die drei Einzelkämpfer durchaus ihres Stimmgewichtes bewusst sein, wenn es bei den beiden großen Lagern bei künftigen Abstimmungen auf ein „Patt“ hinauslaufen sollte. Denn in den nächsten fünf Jahren entscheidet vielleicht manchesmal Sven Lange von den Piraten ganz alleine, wie eine Abstimmung ausgeht. Denn er besetzt den einzigen Listenplatz der Partei. Vielleicht spricht er sich dabei mit Astrid Sawatzky ab, die für die Linken im künftigen Kreistag sitzt. Zusammen könnten sie sich dann entscheiden und die letzte Stimme des Kreistages, nämlich die von kWGp-Mann Burghard Schalhorn ad absurdum führen. Alles höchst fiktiv und alles ausgedacht. Denkbar ist auch jede andere Konstellation. Klar aber ist, dass die drei Abgeordneten in den nächsten fünf Jahren eine wichtige Rolle im Kreistag spielen dürften.

Die NPD konnte weder Sitze im Pinneberger Kreistag noch in den Kommunen des Kreises erringen und bleibt damit hier politisch ohne Belang.

Entsetzt waren Politiker aller Parteien über die Wahlbeteiligung, die mit 45,5 Prozent nur unwesentlich höher war als 2008 (45,4).

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