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Ruhestandsbeamte : Ein Ortsverband ohne Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Nach einer emotional geführten Diskussion zu den Rücktrittsgründen des Vorsitzenden der Tornescher Ruhestandsbeamten Ewald Höer und der erfolglos gebliebenen Suche nach einem Nachfolger für ihn, fassten die anwesenden Ruhestandsbeamten auf ihrer außerordentlichen Mitgliederversammlung mehrheitlich den Beschluss, dass der Ortsverband zum 31. Dezember aufgelöst werden soll. Der bis dahin weiter amtierende Vorstand muss an den Landesverband den Antrag auf Auflösung stellen.

Denn laut Satzung kann nur über den Landesverband die Auflösung erfolgen. Zwar hatte der anwesende Vorsitzende des Landesverbandes Kurt Blümlein den Mitgliedern erklärt, dass sie sich die Entscheidung durch den Kopf gehen lassen und in einer der nächsten Zusammenkünfte einen Beschluss über die Zukunft des Ortsverbandes treffen könnten, hatte dann aber doch die Frage gestellt, ob eine Auflösung des Ortsverbandes zum Jahresende gewünscht wird.

Und außer zwei Gegenstimmen, eine davon gab der zurückgetretene Vorsitzende Ewald Höer, und einer Stimmenthaltung sprachen sich alle anderen Anwesenden für die Auflösung aus. „Ich habe es kommen sehen, dass wir uns auflösen werden, wenn wir keinen neuen Vorsitzenden finden“, so Hans-Werner Danker. Er war einst aktives Vorstandsmitglied in einer Zeit, als dem Ortsverband etwa 100 Mitglieder angehörten. Jetzt sind es nur noch 27. Eine Fusion mit dem Ortsverband in Uetersen oder Elmshorn lehnten die Mitglieder ab. Sie wollten selbst entscheiden, ob sie sich nach der Auflösung ihres Ortsverbandes individuell einem anderen Ortsverband anschließen, einfach nur Mitglied im Landesverband bleiben oder bis Jahresmitte ihren Austritt aus dem Bund der Ruhestandsbeamten ab Januar 2015 erklären.

Bis Jahresende wird der amtierende Vorstand, der nun vom stellvertretenden Vorsitzenden Werner Ottinger geleitet wird, weiter agieren. Mit der Auflösung des Ortsverbandes ist dann seine und die Amtszeit des Vorstandes beendet. Jens Kahl, der erst seit Kurzem dem Ortsverband angehört, hatte noch vor der Abstimmung versucht, die Wogen zu glätten. „Offenbar hat die Chemie und die Kommunikation zwischen dem Vorsitzenden und dem Vorstand nicht gestimmt. Jeder weiß doch aber um die Bedeutung dieses Kreises, der regelmäßigen Treffen, Gespräche und interessanten Vorträge.“

Maria Rieper regte an, Ewald Höer zu fragen, ob er den Vorsitz wieder übernimmt, wenn konkret vereinbart wird, wer sich aus dem Vorstand um bestimmte Themen kümmert. Doch darauf gingen die Mitglieder und Vorstandsmitglieder nicht ein.

Beisitzerin Antonia Dreizler hatte zu Beginn der Diskussion ihr Unverständnis und ihren Unmut über den zurückgetretenen Vorsitzenden Ewald Höer geäußert. „Wir haben doch unterstützt und Hilfe angeboten. Du hast die Hilfe nicht angenommen.“

u Ewald Höer bedauert Auflösung des OrtsverbandesDer zurückgetretene Vorsitzende Ewald Höer verteidigte seine Ansicht, nicht genügend unterstützt worden zu sein und bezog sich auf die Vorstandssitzung im März, in der er gefragt habe, wer sich aus dem Vorstand um die Ausfahrt und die Weihnachtsfeier kümmern wolle. „Niemand hat sich gemeldet, ihr habt gedacht, Ewald macht das ja wieder.“

Antonia Dreizler betonte, dass sie sich um die Ausfahrt im vergangenen Jahr gekümmert habe, aber zu wenig Interesse bestand und es in diesem Jahr die Überlegung gab, mit eigenen Fahrzeugen eine Tour zu unternehmen.

Andere Vorstandsmitglieder äußerten sich nicht. Der amtierende Vorstand wird bis Jahresende die monatlichen Treffen vorbereiten. Der stellvertretende Vorsitzende Werner Ottinger informierte, dass es beim Treffen am 12. Juni in der Gaststätte Birkenhain um 12.30 Uhr ein Spargelessen und im Anschluss daran um 14.30 Uhr einen Vortrag des Pastors i. R. Norbert Richter über eine Russland-Reise geben wird. Am 5. August soll die Sommerausfahrt stattfinden.

Die Rücklagen des Ortsverbandes seien bis September fest angelegt. Das Geld soll für die Ausrichtung der Weihnachtsfeier oder einer anderen Veranstaltung verwendet werden. Der Landesvorsitzende merkte an, dass die Rücklagen auch an den Landesverband gehen könnten. Kurt Blümlein dankte den Ruhestandsbeamten, dass sie eine Entscheidung getroffen haben. „Sie sind nicht der einzige Ortsverband, in dem die Mitgliederzahl sinkt, sich kein Vorsitzender findet und es nicht mehr weitergeht. Wir müssen damit leben.“ Jeder Vorsitzende und jedes Mitglied habe im Tornescher Ortsverband der Ruhestandsbeamten Spuren hinterlassen, so Blümlein.

Er dankte Ewald Höer für dessen jahrelangen Einsatz. „Ich bedaure die Auflösung“, so Ewald Höer gegenüber den Uetersener Nachrichten. Er wird Mitglied im Landesverband, dessen stellvertretender Vorsitzender er ist, bleiben. Er war seit 2003 Vorsitzender des 1951 gegründeten Tornescher Ortsverbandes. (syk)

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erstellt am 09.Mai.2014 | 20:56 Uhr

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