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Haseldorfer Kirchenmusik : Ein Meilenstein der Oper

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Einen Meilenstein der Musikgeschichte hat sich Dr. Jörg Dehmel für die nächste große Aufführung im Rahmen der Haseldorfer Kirchenmusik vorgenommen. Die Oper „Orpheus und Eurydike“ von Christoph Willibald Gluck wird am Sonntag, 5. Oktober, in der St. Gabrielkirche zu hören sein. Die konzertante Oper in deutscher Sprache beginnt um 18 Uhr.

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erstellt am 01.Okt.2014 | 19:24 Uhr

Uraufgeführt wurde das Werk am 5. Oktober 1762, also genau 252 Jahre vor der Haseldorfer Aufführung. Gluck habe mit Orpheus und Eurydike erstmals seine Reformideen verwirklicht, erklärt Dehmel. Der 48-jährige schrieb zuvor zahlreiche Opern im damaligen traditionellen Stil. Der Oberpfälzer galt als ein berühmter und gefeierter Komponist. Und doch war er mit der Grundidee der alten Oper unzufrieden, so Dehmel. Aus heutiger Sicht war die Barockoper erstarrt. Als Norm galten die Libretti des Pietro Metastasio, die jeweils zahlreich von verschiedenen Komponisten vertont wurden. Auch der junge Mozart hat noch mehrere dieser Libretti benutzt.

Es waren Intrigendramen mit komplizierten Handlungssträngen. Die Musik bestand aus der Aufeinanderfolge zahlloser Rezitative und Arien, erklärt der Kantor. Der Unterhaltungsaspekt der Musik stand dabei im Vordergrund.

Anfang 1761 bekam Gluck in Wien Kontakt zu dem italienischen Textdichter Ranieri Calzabigi. Er bot ihm die Geschichte um den besten Sänger der Welt, Orpheus, und seiner verstorbenen Frau Eurydike an. Calzabigi stand stark unter dem Einfluss von Jean-Jacques Rousseau, ein Vordenker der Aufklärung. Der Texter strebte die Wiedergabe großer und wahrer Empfindungen in Form von einfachen, monumentalen Bildern an. Der Mensch mit seinen echten Gefühlen sollte im Mittelpunkt stehen. Alles ablenkende Beiwerk sei zu eliminieren, so Calzabigi damals. Bereits 2004 hatte Dehmel die Gluck-Oper zusammen mit dem gemischten Chor Cantate einstudiert. Aufgeführt wurde das Werk damals in der Haseldorfer Kirche sowie als Marionettenspiel im Appener Bürgerhaus. Gewechselt haben gegenüber der Aufführung vor zehn Jahren die Solisten. Diesmal treten auf Kerrin Brinkmann (Orpheus), Daniela Specker, (Eurydike) und Johanna Mohr (Amor). Die Pröbstin i.R. Dr. Monika Schwinge wird einführen.

Übrigens feiert der Kantor mit dem Konzert einen runden Geburtstag. Seit 30 Jahren kümmert er sich sehr erfolgreich um die Haseldorfer Kirchenmusik.

Der Eintritt kostet 15 Euro, Kinder haben freien Eintritt. Karten können vorbestellt werden im Gemeindebüro, Telefon 04129/241.

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