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Uetersener Nachrichten

22. Oktober 2017 | 09:24 Uhr

Gemeindetag : Ein Mann mit Einfluss

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Mehr Arbeit kommt auf Rainer Jürgensen zu. Verbunden ist damit auch mehr Einfluss. Von der neuen ehrenamtlichen Tätigkeit des Moorreger Verwaltungsleiters dürften die sieben amtsangehörigen Dörfer profitieren. Einstimmig zum Ersten stellvertretenden Vorsitzenden des Schleswig-Holsteinischen Gemeindetages ist Jürgensen gewählt worden.

shz.de von
erstellt am 13.Dez.2013 | 20:31 Uhr

Der SHGT vertritt die Interessen der Gemeinden. Die seien ganz unterschiedlich, sagt der 47-Jährige. Die größte Mitgliedsgemeinde ist Henstedt-Ulzburg mit 24000 Einwohner. Berücksichtigt werden müssen aber auch Dörfer im Norden des Landes, die sich in jüngster Zeit zusammen geschlossen haben, und trotzdem noch deutlicher weniger Einwohner haben als Neuendeich, die kleinste Kommune des Amtes Moorrege mit seinen gut 500 Einwohnern. „Konsensfindung ist also absolut wichtig“, so Jürgensen.

Hauptansprechpartner sind die Landesregierung und das Parlament. Gerade wurde ein umfangreiches Verhandlungspaket von Ministerpräsident Torsten Albig unterzeichnet, dass einen für Moorrege wichtigen Teil enthält. So sichert die rot-grün-blaue Regierung finanzielle Unterstützung bei der Schaffung von Ganztagsschulen im Rahmen der Umwandlung von der Regional- zur Gemeinschaftsschule zu.

4,5 Millionen Euro sollen fließen. In den Genuss einer Förderung könnte auch das Moorreger Schulzentrum kommen. Da es nicht mehr viele Regionalschulen ohne Ganztagsbetrieb in Schleswig-Holstein gibt, geht Jürgensen davon aus, dass ein erkläglicher Zuschuss möglich ist.

Neuland betritt Jürgensen nicht. 2011 wurde er zum Kreisvorsitzenden des SHGT gewählt und arbeitet damit schon im Landesvorstand mit. 20 feste Termine jährlich in der Landeshauptstadt plant er ein, ein bis zwei Dutzend variable kommen hinzu. Auch nach Berlin wird der Spitzenbeamte reisen müssen, denn er arbeitet zusätzlich im Hauptausschuss des Deutschen Städte- und Gemeinde-tages mit.

Stützen kann sich der Vorstand auf die Geschäftsstelle mit Geschäftsführer Jörg Bülow („fachlich eine Granate“, so Jürgensen) und sechs weitere Mitarbeiter. Inhaltlich wird dann aber durchaus noch diskutiert.

Das Schulgesetz und der Kommunale Finanzausgleich sind die derzeit wichtigsten Themen. Großen Einfluss hatte der Gemeindetag bei der vorerst letzten Reform der Amtsordnung. Der Entwurf aus dem Schlie-Ministerium war noch einmal deutlich überarbeitet worden. Wichtigste Aufgabe aus der Sicht von Jürgensen ist der Erhalt der kommunalen Strukturen. „Die Ämter sind die günstigsten Verwaltungsformen“, erklärt er. Es gebe Interessen an ihnen zu rütteln, „aber es sagt keiner.“

Vita

Für zwölf Jahre zur Marine gegangen ist Rainer Jürgensen nach dem Abitur. Anschließend folgt der Einstieg in die Verwaltung. Im Sommer 2009 wechselte er vom Amt Breitenfelde an die Spitze der Moorreger Verwaltung.

Dort gilt er als hoch motivierter und emsiger Arbeiter. Der Beamte denkt voraus und warnte etwa frühzeitig vor den Folgen von in Kiel intern diskutierten Reformplänen. Das kam nicht bei jedem Politiker gut an. Jürgensen pflegt im Umgang mit den Mitarbeitern einen kooperativen Stil.

Der Steinbergkirchner, das Dörfchen liegt in der Nähe von Flensburg, ist Diplom-Verwaltungswirt, staatlich geprüfter Wirtschaftsassistent und Bürokaufmann. Nebenbei studiert er Wirtschaftsrecht an der TU Kaiserslautern der Universität des Saarlandes.

Jürgensen – Sternzeichen Jungfrau – ist verheiratet. Die erwachsene Tochter wohnt nicht mehr Zuhause. Größtes Hobby war bis zu dem Verkauf der VW-Bus. Nun sind es die drei Hunde, „zwei Labrador und eine spanische Straßenmischung“.

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