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Klosterkultur in Uetersen : Ein literarisch-musikalischer Nachmittag von Elsa Plath und Bettina Jung

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2016 | 16:15 Uhr

Uetersen | Mit dem gemeinsamen Lied „Komm lieber Mai und mache...“ startet am Sonntag die literarisch-musikalische Zeitreise zurück in das 18. Jahrhundert, zu der die Gesellschaft der Freunde des Adeligen Klosters Uetersen am Sonntag in die Gräfin-Bredow-Scheune (Klosterscheune) eingeladen hatte. Elsa Plath und Bettina Jung luden die rund 70 Besucher − damit war die Scheune ausverkauft − zu einem Ausflug ein, der als „Geniereise“ in die Geschichte eingegangen ist.

Eigentlich sollte ein Trio auf der Bühne stehen. Doch, so gab Elsa Plath bekannt, Sopranistin Veronika Haker war erkrankt und daher nicht gut bei Stimme. Doch ausfallen lassen wollte das Ensemble das Konzert nicht. Man habe sich dramaturgische Raffinessen ausgedacht, die das Publikum im Verlaufe der mehr als zweistündigen Veranstaltung dankbar annahm. Musikalisch und literarisch besprochen wurde Goethes Reise in die Schweiz, die von der Uetersener Klosterdame Augusta Louisa zu Stolberg-Stolberg von zu Hause aus miterlebt wurde. In Uetersen ist es gut bekannt, dass die Konventualin mit dem Geheimrat gut befreundet war.

Goethe begann seine Reise am 14. Mai 1775 in Frankfurt, wo er nach zehn Wochen, am 22. Juli, wieder eintraf. Die Reisegesellschaft bestand aus den Grafen Friedrich und Christian von Stolberg und dem Grafen Christian von Haugwitz, der den klammen Stolbergs die Reise finanzierte. Reisestationen auf dem Weg nach Zürich waren Darmstadt, Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe, Straßburg, Emmendingen (wo Goethe seine Schwester besuchte), Freiburg, Schaffhausen mit dem Rheinfall, Konstanz und Winterthur. Die Gesellschaft, der sich Jakob Ludwig Passavant anschloss, wanderte zum Kloster Maria Einsiedeln, von wo die Grafen nach Zürich zurückkehrten und Goethe mit Passavant die Alpenwanderung begann. Zuvor fielen die vier „Burschen“ noch wegen eines ungehörigen Verhaltens auf. Die „jungen Wilden“ badeten nackt in den klaren Alpenseen und erschreckten die Schweizer, ein eigentlich freiheitsliebendes Volk, damit sehr.

Die Reiseerlebnisse wurden durchbrochen von Liedern und Gedichten verschiedener Schöpfer dieser Zeit. Und immer wieder wurde die Konventualin einbezogen. So erfuhren die Gäste auch von dem ersten Brief zwischen Goethe und „Goethes Gustchen“ aus dem Jahre 1774. Dieser beinhaltete eine kritische Anmerkung des „Werthers“.

Mit dem Selbstmord des jungen Rechtspraktikanten Werther am Ende des Buches könne sie sich nicht einverstanden erklären, schrieb sie an den damals bereits bedeutenden Poeten und Literaten. Goethe kannte „Gustchen“ also bereits gut, als er in Richtung der Schweiz aufbrach. In der Pause wurden die Gäste von Mitgliedern der Klosterfreunde mit manch Leckerei versorgt.

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